Freizeitnutzung

Cannabis: Forscher sehen Popularität kritisch dpa, 30.03.2017 12:55 Uhr

Washington - Kiffen wird in den USA zunehmend zum Freizeitvergnügen: Das einst stockkonservative Denver im Bundesstaat Colorado etwa avanciert zum beliebten Ausflugsziel für Cannabis-Fans, die in Partybussen durch die Stadt touren und dabei entspannt ihre Joints rauchen. Es gibt organisierte Wochenendtrips, eine blühende Cannabis-Industrie mit Rekordzuwächsen und ganze Kleinstädte, die dank der Freigabe für den privaten Gebrauch ihre vormals maroden Haushalte wirtschaftlich sanieren.

Für medizinische Zwecke ist Cannabis in fast der Hälfte der US-Bundesstaaten zugänglich. Acht Bundesstaaten haben inzwischen aber auch die Freizeitnutzung komplett legalisiert. In der Hauptstadt Washington ist der Gebrauch ebenfalls legal, der kommerzielle Verkauf hingegen verboten – was zu einfallsreichen gegenseitigen „Schenk-Aktionen“ führt.

Die Angebotspalette für sogenannte „Edibles“, essbare Cannabis-Produkte, geht durch die Decke und reicht von Schokolade in den Geschmacksrichtungen Pistazie-Minze oder Erdbeer-Crunch über Gummibärchen bis zu Knoblauch-Crackern. Und in Kalifornien, dessen Einwohner im November ebenfalls für die Komplettfreigabe stimmten, entstehen Fahrdienste, die Cannabis-Produkte direkt nach Hause liefern. Konservativen Gegenstimmen zum Trotz: In einer Gallup-Umfrage gab 2016 jeder achte erwachsene Amerikaner an, derzeit Cannabis zu konsumieren, bald jeder zweite hatte es zumindest schon einmal ausprobiert.

In Europa sind die Vorbehalte stärker - und die Legalisierung für den Privatgebrauch ist längst nicht so weit fortgeschritten. 2015 waren es dem European Drug Report zufolge in 13 Staaten insgesamt 16,6 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 34 Jahren, die im Vorjahr Cannabis konsumiert hatten. Cannabis-Hochburg Nummer eins in Europa ist dabei nach wie vor Amsterdam mit seinen Coffee-Shops. Aber auch Tschechien, wo der Anbau für medizinische Zwecke jedermann erlaubt ist, Portugal sowie Barcelona mit seinen Cannabis-Clubs ziehen reisefreudige Konsumenten an.

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