BZgA-Umfrage

Komasaufen ist out dpa, 18.05.2017 17:32 Uhr

Berlin - Komasaufen wird uncool: Jugendliche trinken nach einer neuen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weniger und maßvoller Alkohol als früher. So greift durchschnittlich jeder zehnte befragte Teenager zwischen 12 und 17 Jahren einmal in der Woche zu alkoholischen Getränken. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als doppelt so viele (21,2 Prozent). „In Deutschland trinken immer weniger Jugendliche regelmäßig Alkohol, das ist eine gute Nachricht“, sagte Marlene Mortler (CSU), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bei der Vorstellung der Ergebnisse.

„Das Ergebnis ist positiv, aber noch keine Entwarnung“, ergänzte BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss. „Wie beim Rauchen brauchen wir auch hier einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel. Den sehe ich erst, wenn sich niemand mehr rechtfertigen muss, weil er keinen Alkohol trinken möchte.“ Auch der Anteil der jungen Raucher war in den vergangenen Jahren rückläufig.

Für die Studie wurden von März bis Juni 2016 bundesweit rund 7000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren befragt. Auch bei den älteren Befragten zwischen 18 und 25 Jahren ist der regelmäßige Alkoholkonsum danach rückläufig: Knapp ein Drittel (30,7 Prozent) trinkt regelmäßig, 2004 war es fast die Hälfte (43,6 Prozent). Als Gründe für maßvolleres Trinken sagten viele junge Leute heute, dass ihnen Kontrollverlust peinlich sei, berichtete Thaiss. Andere fanden einen „Kater“ schlicht eklig.

Diesen Trend sehen auch Wissenschaftler. „Das Ausschweifende ist nicht mehr cool, es geht zunehmend um Leistung“, meint Jugendforscher Philipp Ikrath. „Man kann von einer Anti-Exzess-Generation sprechen.“ Heute gehe es Jugendlichen darum, einen gesellschaftlich akzeptierten Umgang mit Alkohol zu erlernen, ergänzt Erziehungswissenschaftler John Litau.

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