Abzocke mit Schweinegrippe-Angst APOTHEKE ADHOC/dpa, 19.08.2009 10:40 Uhr
Hannover/Berlin - Die Angst vor der Schweinegrippe ruft zunehmend auch Betrüger auf den Plan: Die Verbraucherschutzzentrale Niedersachsen warnt vor Anrufen eines „Europäischen Zentralinstituts für Seuchenbekämpfung“. Die Angerufenen würden aufgefordert, sich dringend unter einer 0900er-Nummer zu melden, um „zu ihrer eigenen Sicherheit eine wichtige Mitteilung“ zum Thema Schweinegrippe in Empfang zu nehmen.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist die genannte Nummer jedoch nicht an ein europäisches Seuchenbekämpfungszentrum vergeben, sondern an die Firma Media-Com in Berlin. Zudem sei den Verbraucherschützern das genannte Institut nicht bekannt.
Eine seriöse Behörde oder Institution würde die Bevölkerung niemals auf diesem Wege informieren, teilte die Verbraucherschutzzentrale mit. Ihrer Einschätzung nach handelt es sich um einen „üblen Abzockversuch“, bei dem bewusst die Angst vieler Menschen vor der Schweinegrippe ausgenutzt wird.
Ob es weitere Betrüger dieser Art gibt, ist bislang nicht bekannt: „Wir haben bisher keine Meldungen zu weiteren Täuschungsversuchen“, sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Niedersachsen gegenüber APOTHEKE ADHOC. Allerdings würden Fälle erst geprüft, wenn sie gehäuft auftreten. Vor knapp drei Wochen hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor unseriösen Angeboten des Grippemittels Tamiflu im Internet gewarnt.
Lesen Sie auch
-
Arzneimittelfälschungen
BfArM warnt vor Tamiflu aus dem Netz»
- Spam-Mails Apotheker: Tamiflu statt Viagra»
Neuere Artikel zum Thema
- Schweinegrippe H1N1: Bis zu 500.000 Todesfälle»
Mehr aus Ressort
- Wissenschaft Berlin bündelt Forschung»
- Betrugsvorwürfe Apotheker rechnet illegal Importe ab»
- Stoffwechselerkrankungen Höheres Demenzrisiko bei Diabetikern»
APOTHEKE ADHOC Debatte