Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 14. September 2010, 09:59 Uhr
Das ARD-Magazin „Plusminus“ sendet heute Abend einen Apothekentest. Das Urteil wurde vorab veröffentlicht: Die Testkäufer seien beim Kauf von Paracetamol weder beraten noch auf Risiken hingewiesen worden. Wie der Test im Detail aussah oder wie viele Apotheken besucht wurden, verrät „Plusminus“ noch nicht. Stattdessen spekuliert das Magazin darüber, wie die Apothekerlobby mit Hilfe der FDP die vermeintliche Monopolstellung der Apotheken beim Arzneimittelverkauf verteidigt.
Die Liberalen hätten nämlich für die Apotheker ihr Credo des liberalen Marktes aufgegeben, moniert das TV-Magazin. Mit der Lobby kämpfe die FDP jetzt gegen die Konkurrenz der Versandapotheken. Als Beweisstück dient der Koalitionsvertrag, an dem die ABDA mitgeschrieben haben soll. Schließlich habe die Apothekerlobby das darin vorgesehene Pick-up-Verbot schon 2008 in einer Pressemitteilung gefordert.
Möglicherweise hat die aktuelle Debatte über einen Referentenentwurf, an dem der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) mitgeschrieben haben soll, die ARD bewogen, jetzt einen Beitrag über die Apothekerlobby zu bringen. Denn im aktuellen Gesetzesentwurf zum Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) fehlt das Pick-up-Verbot bekanntlich. Stattdessen kommt mit der Reform eine millionenschwere Belastung auf die Apotheken zu, die sich von der FDP gerade alles andere als umschmeichelt fühlen.
Der Beitrag wird heute Abend um 21.50 Uhr in der ARD ausgestrahlt.
apotheke adhoc Debatte 2 Kommentare
Mitdiskutieren@ den verkauften Apotheker e.K. ...
... zwischen Celesio & Co.
https://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Markt/11876.html
einerseits
und
der geliebten/abgelehnten ABDA (Kommentar zum o.g. INTERNEN Link)
andererseits :
auszugsweise :
" die im Gesundheitswesen einmalige Konstruktion aus Landesapothekerkammern und Landesverbänden, die sich eine Dachorganisation, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), gegeben haben, die wiederum 100-prozentige privatwirtschaftlich tätige Töchter (z. B. Govi- Verlag) hat. Genau diese Konstruktion ( Anm.: ABDA-Konstrukt als Kette von unten lt. FAZ-online) wird zur Zeit kritisch betrachtet. [...]
hinterfragt in einem Dokument unter der Überschrift "Korruption und Betrug im deutschen Gesundheitswesen" auch die Konstruktion der Organisation der Apotheken auf Bundesebene.
[...]
Hier liegt nach Ansicht von TI ein Interessenskonflikt vor, "zwischen der hoheitlichen Aufgabe, der Gesundheit der Menschen zu dienen, und den freien Wirtschaftsinteressen des Dachverbandes", ein Konflikt der dieser Konstruktion immanent sei. Dies allerdings wird von der ABDA bestritten, da ihr als privatrechtlichem Zusammenschluss keine hoheitlichen Aufgaben übertragen seien.
[...]
Nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofs sind vielmehr zwei Regelungssysteme zu unterscheiden: Falls der Gesetzgeber eines Mitgliedstaats bei der Übertragung von Satzungsbefugnissen auf eine Kammer selbst Gemeinwohl-Kriterien aufstellt, die bei der Ausübung des freien Berufes zu beachten sind, und er somit die inhaltliche "Letztentscheidungsbefugnis" in seiner Hand behält, bleiben die berufsständischen Regelungen staatliches Recht. Die für Unternehmen und Unternehmensvereinigungen geltenden Bestimmungen des EG-Vertrages kommen dann nicht zur Anwendung. Anders ist es, wenn in den Berufsordnungen solche gemeinwohlorientierten Kriterien und Vorgaben fehlen. Dann gilt - mit allen Konsequenzen - europäisches Kartell- und Wettbewerbsrecht, da die von der zuständigen Kammer erlassenen Standesregeln allein der Berufsvertretung zuzurechnen sind.
[...]
Mit anderen Worten: Es obliegt - und dies stellt der Europäische Gerichtshof ausdrücklich fest - der Freiheit der Mitgliedstaaten, sich für das eine oder andere Modell zu entscheiden. Möglich ist beides. Bei diesen Entscheidungen ist die Politik gefordert. "
(Quelle : DAZ/AZ 9/02)
klein? GROSS?
Interessant, das PlusMinus in der selben Sendung gegn die großen bösen Buchmarktketten hetzt, und in einer der letzten Sendungen die gemeinen Backdiscounter verteufelt. Da sind Ketten schlecht, bei Apotheken gut. Ist da wieder Geld von DM, Schlecker und Celesio geflossen?