Mundhygiene

Zahnseide: Medizinischer Nutzen kaum bewiesen APOTHEKE ADHOC, 17.08.2016 13:49 Uhr

Berlin - Zahnarztverbände und die amerikanische Regierung empfehlen seit Jahrzehnten Zahnseide. Das dünne weiße Band soll die Zahnzwischenräume reinigen und Zahnfleischerkrankungen vorbeugen. Das Gesundheitsministerium hat die gesundheitliche Empfehlung jetzt zurückgenommen. Es gebe nur wenig Belege dafür, dass die tägliche Verwendung von Zahnseide einen medizinischen Nutzen habe.

Die Regierung veröffentlicht alle fünf Jahre die sogenannten „Dietary Guidelines“. Das sind Berichte über aktuellste Ernährungsrichtlinien. Diese müssen laut Gesetz wissenschaftlich bewiesen sein. Hierzulande gibt es solche Empfehlungen nicht. Zahnseide galt darin jahrelang – und offenbar unumstritten – als ergänzende Zahnreinigungsmethode.

Journalisten der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) wendeten sich im vergangenen Jahr an das Gesundheitsministerium. Sie forderten den wissenschaftlich plausiblen Nachweis vom Nutzen der Zahnseide ein, stellten dazu schriftliche Anfragen. Als die jüngsten Richtlinien bekannt wurden, waren die Empfehlungen für die ergänzende Zahnreinigung mit Zahnseide ohne jeglichen Hinweis verschwunden. In einem Brief teilte die Regierung den Journalisten offenbar mit, dass die Wirksamkeit der Zahnseide nie – wie vorgeschrieben – erforscht worden war.

AP verglich die Forschung zur Verwendung von Zahnbürsten in Kombination mit Zahnseide der vergangenen 25 Jahre. „Die Beweis- und Studienlage für das Reinigen der Zähne mit Seide ist entweder „schwach“, „sehr unzuverlässig“, „von geringer Qualität“ oder trägt des Öfteren ein gemäßigtes bis großes Potenzial an Verzerrung in sich“, schreibt AP-Investigativjournalist Jeff Donn.

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