Wien

Der Schamane aus der Apotheke Maria Hendrischke, 28.02.2016 09:01 Uhr

Berlin - Die Saint Charles Apotheke in Wien ist weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt. Ein Grund sind die apothekeneigenen Heilpflanzenprodukte. Inhaber Alexander Ehrmann hat Traditionelle Europäische Medizin (TEM) zum Schwerpunkt gemacht. Sein Wissen über Arzneipflanzen hat er mit brasilianischen Schamanen geteilt – und wurde selbst als Medizinmann bezeichnet.

Ehrmann ist Apotheker in sechster Generation. Seine Eltern führten eine Apotheke bei Salzburg. Schon als Kind hat er dort geholfen, Toniken anzusetzen. „Ich habe die Pharmazie mit der Muttermilch aufgesogen“, sagt er. Besonders gefalle ihm an der Arbeit als Apotheker der enge Kontakt zu Menschen.

Statt die elterliche Apotheke zu übernehmen, wollte er „etwas Eigenes“ machen. Wegen der österreichischen Niederlassungsbeschränkung suchte er nach einer Apotheke, die zum Verkauf stand. 2002 wurde er im Wiener Stadtteil Mariahilf fündig: Er übernahm gemeinsam mit dem Betriebswirt Martin Rohla die 1886 gegründete „Apotheke zur heiligen Dreifaltigkeit“. Der traditionelle Name war ihm „etwas zu heilig“ – er benannte die Apotheke in Saint Charles um.

Nach der Übernahme gestaltete er die Apotheke bis 2006 komplett um. „Ich wollte ein Geschäft, in dem sich Kunden wohlfühlen“, erklärt Ehrmann. Deswegen legte er viel Wert auf die Einrichtung. Historische Apothekenmöbel gehören zur Ausstattung, dazu moderne Möbel in weiß oder Stahl- und Glaskonstruktionen. „Der Boden ist aus Holz, auch wenn das manche Kollegen unpraktisch finden“, sagt Ehrmann. Für ihn aber ist die Atmosphäre entscheidend. Deshalb spiele er auch Hintergrundmusik.

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