Lieferengpässe

Impfstoffe für Kinder fehlen Julia Pradel, 16.09.2015 09:19 Uhraktualisiert am 17.09.2015 13:36 Uhr

Berlin - Während Experten nach umfassenden Impfungen für Flüchtlinge rufen, gibt es neue Engpässe an der Impfstoff-Front: Von den rund 70 Vakzinen auf dem Markt sind derzeit 14 von Lieferschwierigkeiten betroffen – das ist jedes fünfte. Probleme bereitet den Herstellern vor allem die Komponente gegen Keuchhusten. Betroffen sind daher vor allem die Kombinationsimpfstoffe für die Grundimmunisierung von Kleinkindern.

Die Liefersituation analysiert hat Markus Kerckhoff, Leiter der Schloss-Apotheke in Bergisch-Gladbach. Regelmäßig fasst er Engpässe bei Impfstoffen zusammen. Die Situation hat sich aus seiner Sicht zuletzt deutlich verschlechtert.

Den Fünffachimpfstoff gegen Tetanus, Diptherie, Keuchhusten, Polio und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ist derzeit weder bei GlaxoSmithKline (GSK) noch bei Sanofi Pasteur MSD erhältlich. GSK will mit Infanrix-IPV+Hib ab Ende Oktober wieder lieferfähig sein. Den Sechsfachimpfstoff, der zusätzlich vor Hepatitis B schützt, hat GSK mit Infanrix Hexa noch in einer 10er- und 50er-Packung vorrätig. Die Einzeldosis soll Ende November wieder erhältlich sein. Eine GSK-Sprecherin erklärt die Lieferengpässe mit „Verzögerungen bei der internen Qualitätskontrolle und einem erhöhten Marktbedarf für Polio-Auffrischimpfungen“.

Sanofi Pasteur MSD kann derzeit weder Pentavac noch Hexyon anbieten. Man gehe momentan davon aus, Ende des Jahres wieder lieferfähig zu sein, so eine Unternehmenssprecherin. „Die Herstellung von Kombinationsimpfstoffen, die eine azelluläre Pertussiskomponente enthalten, gehört in Bezug auf die verschiedenen Antigene zu den komplexesten und ist verbunden mit einer Vielzahl von Herstellungs- und Kontrollschritten.“

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