Trier

Törtchen aus der Offizin Silvia Meixner, 12.08.2017 08:42 Uhr

Berlin - Manchmal ist ein Törtchen die beste Medizin. Als der Konditor und Hotelbesitzer Christian Fritzen erfuhr, dass in Trier eine schöne alte Jugendstil-Apotheke leersteht, nahm er sofort mit der Besitzerin Kontakt auf. Heute werden dort erstklassige Törtchen verkauft. Hier lesen Sie, warum die älteste Stadt Deutschlands eine Sommer-Reise wert ist.

Die Engel-Apotheke in der Saarstraße 40 ist ein wunderschönes Jugendstil-Ensemble, jahrzehntelang gingen hier Medikamente über den OTC-Tisch. Und jetzt ist es eben ein Törtchen-Tisch. Nach zwei Jahren erfolgloser Suche nach einem Nachfolger war die Besitzerin kurz davor, die Einrichtung an ein Museum zu verkaufen. Da hörte Christian Fritzen (43) von dem leerstehenden Juwel. „Ich mag alte Sachen und ganz besonders Jugendstil. Diese Apotheke ist einer der schönsten überhaupt“, schwärmt er.

Ursprünglich träumte er von einem kleinen Café im Jugendstil-Ambiente. Diesen Plänen machte die Realität in Form der Stadtverwaltung einen Strich durch die Rechnung. „Die Apotheke und die Labor- und Lagerräume für ein Café zu nutzen wäre zu teuer gewesen, weil eine Nutzungsänderung erforderlich gewesen wäre“, erzählt Fritzen, „außerdem hätte das einen Mehrbedarf an Parkplätzen ergeben.“

Schilda in Trier: „Ich hätte sechs Parkplätze vorweisen müssen, aber weil es hier keine gibt, hätte ich mich praktisch freikaufen können. Die Ablöse kostet 11.000 Euro pro Platz, also hätte ich insgesamt 66.000 Euro investieren müssen – für nichts.“ Er plante um und beschloss, hier die beliebten Süßwaren seiner Törtchenmanufaktur anzubieten. Ein Außer-Haus-Verkauf muss in Trier nämlich keine Parkplätze haben. „Wir haben nicht viel umgebaut, nur neu gestrichen und acht Kühltheken gekauft.“ Rund 15.000 Euro hat Fritzen investiert.

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