Theaterpremiere

Ein ganzes Apothekerleben in 90 Minuten Eugenie Ankowitsch, 16.03.2017 08:04 Uhr

Berlin - Immer wieder muss eine Apotheke schließen, weil der Inhaber keinen Nachfolger finden konnte. Nun steht das Lebenswerk da und wird eingestampft. Zeit für eine Revision. Was wickelt man ab und was reicht man weiter? Und an wen? Mit diesen Fragen setzt sich das Theaterstück „Die Apotheke oder Hier will ich nicht tot überm Zaun hängen“, das am kommenden Donnerstag in Stuttgart Premiere feiert.

Apothekerin Barbara S., 68 Jahre, wird ihre Apotheke schließen müssen. Sie geht in Rente, einen Nachfolger gibt es nicht. Niemand will die Apotheke kaufen und weiterführen. Wäre ihre Tochter Pharmazeutin geworden, dann hätte sie die Apotheke übernehmen können. Doch sie hat sich für die Schauspielerei entschieden. 37 Jahre hat die Apothekerin in einem Vorort einer Ruhrpottstadt um den Erhalt ihrer Apotheke, die im Laufe der Zeit zu einer sozialen Institution geworden ist, gekämpft. Aber einmal muss Schluss sein.

Also: War's das? Was war das? Was geschieht nun mit den Mitarbeitern? Was mit ihr? Wie hätte ein Leben ohne die Apotheke ausgesehen, das sie sich so oft gewünscht hat? Was wickelt man ab und was reicht man weiter? Eine Apotheke wird aufgelöst und ein Leben wird besichtigt.

Was dem einen oder anderen Apotheker nur zu bekannt vorkommt, hat sich tatsächlich so ereignet. Das Theaterstück, das am kommenden Donnerstag im Studiotheater Stuttgart uraufgeführt wird, beruht nämlich auf einer wahren Geschichte. Zusammen mit dem Regisseur und Drehbuchautor Dieter Nelle nimmt die Hauptdarstellerin und Co-Autorin Britta Scheerer sich der Lebensgeschichte ihrer Mutter und damit auch ihrer eigenen an.

APOTHEKE ADHOC Debatte