Personalmangel

Nur eine von zwei Landapotheken gerettet Eugenie Ankowitsch, 18.06.2017 08:34 Uhr

Erschwerend komme hinzu, dass die Ärzte im Ort bereits Mitte 60 seien. Auch sie hätten bisher keine Nachfolger in Sicht. Dabei sei die kleine Apotheke in einem besonderen Maße auf Rezepte angewiesen. „Mit Kosmetikverkäufen kann man hier den Umsatz nicht erhöhen“, verdeutlichte Burckhardt. Dennoch wäre der Pharmazeut grundsätzlich bereit, die Apotheke in Sachsenhagen zu betreiben: „Vorausgesetzt wir finden einen Approbierten, wäre es unter Umständen darstellbar, die Apotheke beispielsweise von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr als Filiale wieder zu eröffnen.“

Den Wünschen der Sachsenhagener, doch die Apotheke in Lindhorst zu schließen und dafür die in Sachsenhagen weiter zu betreiben, musste der Apotheker deshalb eine Absage erteilen. Gegen die vereinzelten Vorwürfe, ihm würde es nur um den Profit gehen, wehrt sich Burckhardt. „Bei allem Verständnis für die Situation: Eine Apotheke muss sich einfach rein betriebswirtschaftlich rechnen“, sagt er.

Die Schließung der Apotheke traf die Sachsenhagener unvorbereitet. Denn eigentlich hatte der Vorbesitzer, Jan-Christoph Goepfert, erst vor sechs Jahren die Apotheke in Sachsenhagen und die Glückauf-Apotheke von seinem Vater Günter Goepfert übernommen. 2016 verstarb der Apotheker jedoch überraschend mit nur 38 Jahren. Der 80-jährige Senior suchte anschließend ein Jahr lang nach einem Interessenten für die beiden Apotheken, war dabei aber nur teilweise erfolgreich.

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