Personalmangel

Nur eine von zwei Landapotheken gerettet Eugenie Ankowitsch, 18.06.2017 08:34 Uhr

Berlin - Im niedersächsischen Sachsenhagen musste die einzige Apotheke schließen. Steffen Burckhardt, ein Apotheker aus dem Nachbarort, hätte sie zwar gerne als Filialapotheke betrieben, konnte aber keinen Approbierten als Leiter finden. So konnte der Pharmazeut nur die Glückauf-Apotheke in Lindhorst, die nach dem Tod des Vorbesitzers eigentlich zusammen mit der Sachsenhagener Apotheker verkauft werden sollte, übernehmen.

Ende Mai schlossen sich die Türen der Sachsenhagener Apotheker nach 308-jähriger Geschichte. Wenn nicht doch noch ein kleines Wunder geschieht, müssen sich die Einwohner der Ortschaft mit rund 1900 Einwohnern endgültig damit abfinden, dass sie sich entweder auf den Weg in die Apotheken in den benachbarten Gemeinden machen oder die neu eingerichtete Rezeptsammestelle nutzen müssen.

Dabei hätte Burckhardt, der in Steinhude bereits die Anker-Apotheke besitzt, die traditionsreiche Apotheke gern übernommen. Doch er konnte keinen Approbierten als Filialleiter finden. Die Arbeitslosenquote bei Apothekern betrage „0,0 Prozent“. Außerdem wolle, ähnlich wie bei den Ärzten, kaum jemand aufs Land, sagte der Pharmazeut.

Deshalb konnte der Apotheker nur die Glückauf-Apotheke im mit rund 4300 Einwohner mehr als doppelt so großen Nachbarort Lindhorst übernehmen. „Mir tut das ja auch sehr leid für die Sachsenhagener“, sagt der 41-Jährige. „Aber die kleine Apotheke rechnet sich leider nur als Filialapotheke.“

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