Medikationsplan

Vitabook: Ärzte sollen Apotheker aktivieren APOTHEKE ADHOC, 06.10.2015 15:11 Uhr

Berlin - Markus Bönig mischt im Apothekenmarkt seit Jahren mit. 2011 hat der Unternehmer das Bestellportal Ordermed vorgestellt, zwei Jahre später folgten seine „elektronische Medikationskarte“ sowie Aponow und „Klick A“. Jetzt will der Kaufmann einen ganzheitlichen Ansatz anbieten. Vitabook heißt das neue Projekt, das dank E-Health-Gesetz zum Durchbruch werden soll: Die Apotheken sollen den Service finanzieren und so Ärzte und Kunden an sich binden.

Mit dem E-Health-Gesetz sollen Versicherte ab 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan erhalten, wenn sie mindestens drei Arzneimittel gleichzeitig verordnet bekommen. Bönig findet den Ansatz gut; seiner Meinung nach haben die Ärzte aber nicht genügend Kapazitäten, um die Aufgabe alleine zu meistern. Er will daher über Vitabook die Apotheker ins Spiel bringen.

Ein zentraler Bestandteil des Portals ist der Medikationsplan. Ärzte verteilen einen Fragebogen, den der Patient oder der Apotheker ausfüllen sollen. „Um einen vernünftigen Medikationsplan hinzubekommen, geht es nicht ohne den Patienten“, sagt Bönig. Die Analyse von Wechselwirkungen sollen Pharmazeuten übernehmen: „Wir wollen den Apotheker mit seinem pharmazeutischen Sachverstand zwischen Arzt und Patient“, sagt Bönig. Für den Check nutzt Vitabook die ifap-Datenbank des Softwarekonzerns CompuGroup Medical (CGM). Das Ergebnis wird in Vitabook hinterlegt und kann auch ausgedruckt werden.

„Mediziner sollen die Plattform nutzen, um den Medikationsplan des Patienten überprüfen und bei den Krankenkassen abrechnen zu können“, sagt Bönig. Die Apotheker, für die im Gesetz keine Rolle und damit keine Vergütung vorgesehen ist, sollen dank Vitabook nicht nur ihren Aufwand minimieren, sondern auch die Kunden binden können.

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