Masernkrankheit SSPE

Kleine Masern-Patientin gestorben dpa, 25.11.2016 12:12 Uhr

Bad Hersfeld - Das kleine Mädchen Aliana aus Hessen hat den Kampf gegen die Masernkrankheit SSPE verloren und ist mit sechs Jahren gestorben. Aliana habe in letzter Zeit mit Infekten zu tun gehabt, sagte ihr Kinderarzt in Bad Hersfeld, Georg Johann Witte. Das sei eine Folge der Krankheit. „Sie ist gestern Morgen verstorben.“

Weil sich das Mädchen gut entwickelt hatte, hatten die Eltern Pläne: Aliana sollte 2017 in einen integrativen Kindergarten nach Bebra wechseln. Ihre Familie hatte ein großes Auto angeschafft, um das schwerbehinderte Mädchen in ihrem Rollstuhl transportieren zu können.

Aliana litt an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE (Subakute sklerosierende Panenzephalitis). Die Krankheit ist eine Spätfolge einer Maserninfektion und verläuft immer tödlich. Masernviren zerstören Nervenzellen im Gehirn.

Ihre Mutter war mit der Krankheit an die Öffentlichkeit gegangen, um andere Mütter darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig eine Masernimpfung für diese ist. Sie selbst war durchs Raster gefallen, als vor Jahrzehnten zum Teil nur unzureichend oder gar nicht geimpft wurde.

„Dieser tragische Fall zeigt, wie gefährlich Masern sein können“, sagte der Berliner Kinderarzt Martin Terhardt, der auch Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut in Berlin ist. „Das Virus ist hoch ansteckend. Vor allem Säuglinge sind gefährdet, da sie noch nicht geimpft werden können.“

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