Enfant terrible

Ex-Klinikapotheker mischt Braunschweig auf Eugenie Ankowitsch, 11.07.2017 10:16 Uhr

Berlin - Vergleichsweise spät hat sich Braunschweiger Klinikapotheker Geert Helmut Oortmann für eine eigene Apotheke entschieden. Vor zwölf Jahren gründete er die Apotheke K10 im gleichnamigen Ärztehaus. Innerhalb weniger Jahre baute er seinen Betrieb zu der stadtbekannten 365-Tage-Intensivapotheke aus. Seine Werbe- und Marketingmethoden sind allerdings bis heute äußerst umstritten. Doch das stört den Quereinsteiger nur wenig. Dass er seine Kollegen vor den Kopf stößt, verbucht er unter Kollateralschaden. Denn sein Ziel ist: Anders sein als alle andere! Der Branche wirft er „bleierne Müdigkeit“ vor.

48 Jahren alt war Oortmann, als er sich im Jahr 2005 dazu entschloss, eine Apotheke in einem neu errichteten Ärztehaus am Rande der Braunschweiger Innenstadt zu übernehmen. Solider Standort, möchte man meinen. Doch der Anfang sei schwer gewesen, berichtet der Pharmazeut, der zuvor 26 Jahre in der Apotheke des Braunschweiger Klinikums gearbeitet hat. „Wenn man ehrlich ist, braucht eigentlich niemand in Braunschweig eine weitere Apotheke. Auch damals nicht“, gibt er unumwunden zu.

Trotz Startschwierigkeiten lief es zumindest wirtschaftlich nach einiger Zeit gut für den Quereinsteiger. Doch das reichte dem ehrgeizigen Apotheker nicht. „Es war mir persönlich einfach zu wenig, nur die Rezepte der Arztpraxen im Haus zu bedienen“, sagt er. „Ich wollte mehr. Ich wollte in Braunschweig eine Marke sein.“ Anders sein als alle Anderen, lautete fortan die Devise des Pharmazeuten.

Die Apotheke K10 – der Name leitet sich übrigens ganz prosaisch aus der Adresse Küchenstraße 10 ab – liegt an einer Straße, die direkt in die Innenstadt führt. Es fahren einige tausend Autos sowie zahlreiche Straßenbahnen und Busse pro Tag vorbei. Ampeln kurz vor und direkt gegenüber der Apotheke bringen den Verkehr zum Stoppen und sorgen dafür, dass Autofahrer und Passanten Zeit haben, sich umzuschauen. „Dem tragen wir von Anfang an durch unsere Art der Schaufensterwerbung Rechnung“, sagt der Apotheker. „Ich möchte niemals für irgendein OTC-Präparat im Fenster werben und damit lediglich die jeweils aktuelle TV oder Printreklame von OTC- Präparaten und Saisonartikeln abbilden.“

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