Schilddrüsenpräparate

L-Thyroxin-Tropfen: Eferox ersetzt Henning Patrick Hollstein, 03.06.2016 10:05 Uhr

Berlin - Seit mehr als einem Jahr sind Tropfen mit Levothyroxin defekt. Sanofi kann die flüssige Form von L-Thyroxin Henning nicht liefern; bei kleinen Kindern und bei Risikopatienten ist die Versorgung seitdem schwierig. Jetzt schließt Aristo diese Lücke.

Zum 15. Juni soll Eferox als Tropfen auf den Markt kommen. Sie enthalten 20 µg Levothyroxin pro Milliliter – das Konkurrenzprodukt von Sanofi ist mit 100 µg/ml fünfmal so stark konzentriert. Bei Aristo will man mit der niedrigeren Konzentration eine feinere Dosierung ermöglichen. Das Sanofi-Produkt konnte in Intervallen von 5 µg titriert werden; bei Eferox enthält ein Tropfen entsprechend 1 µg. Dazu gibt es eine Dosierspritze.

Stefan Koch, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Aristo, ist von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Produkts überzeugt. Er kann nicht verstehen, warum der Lieferengpass schon so lange andauert, denn nicht nur Kindern, sondern auch Patienten mit Herzerkrankungen seien auf genaue Dosierungen im niedrigen Bereich angewiesen.

Mit 56,49 Euro für die Flasche mit 100 ml ist der Newcomer deutlich teurer als das Produkt von Sanofi mit 19,84 Euro à 30 ml, das wegen der höheren Konzentration trotz der geringeren Menge länger angewendet werden kann. Wie L-Thyroxin muss Eferox in Tropfenform im Kühlschrank aufbewahrt werden, nach Anbruch kann die Packung acht statt sechs Wochen verwendet werden.

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