Krankenhäuser

Kliniken: Ambulante Behandlungen nehmen zu dpa, 29.02.2016 18:02 Uhr

Berlin - Die Konkurrenz zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken verschärft sich nach Ansicht des AOK-Bundesverbandes zusehends – oft zu Lasten der Patienten. In deutschen Krankenhäusern werde immer häufiger ambulant behandelt. Experten bemängelten bei der Vorstellung des neuen Krankenhaus-Reports 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) einen regelrechten „Wildwuchs“ im stationären Versorgungsbereich.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Dr. Ferdinand Gerlach, kritisierte: „Die in Deutschland ausgeprägte Abschottung zwischen Kliniken und Praxen ist für Patienten zu gefährlich und für uns alle zu teuer. Die Mauer muss weg.“ Die mangelnde Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen und stationär tätigen Ärzten und die damit einhergehenden Parallelstrukturen machten Behandlungen oft teurer.

Zwar habe der Gesetzgeber schon einiges getan, um die Mauer durchlässiger zu machen. Kliniken könnten heute mehr ambulante Leistungen erbringen als früher. Doch von einer verzahnten, an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichteten Versorgung „sind wir immer noch weit entfernt“, mahnte Gerlach.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, hielt der Politik vor, auf Probleme an den Schnittstellen bislang nur mit zahlreichen Einzellösungen reagiert zu haben. Ein Gesamtkonzept fehle, machte er deutlich. Die Experten forderten von der Politik, die Zuständigkeiten zwischen Arzt-Praxen und Kliniken klarer zu regeln.

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