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Arzt darf nicht für Almased werben Alexander Müller, 04.01.2016 13:32 Uhr

Berlin - Der Hersteller Almased setzt gern auf Experten bei der Bewerbung seines Diätpulvers: Im Fernsehen wirbt Apotheker Rudolf Keil für das Produkt, in einer Werbebroschüre der Arzt Professor Dr. Aloys Berg. Gegen den Mediziner und den Hersteller hat die Wettbewerbszentrale einen Prozess vor dem Landgericht Lüneburg (LG) gewonnen. Wenn das Urteil rechtskräftig wird, will die Wettbewerbszentrale auch die Werbung mit dem Apotheker verbieten lassen.

Berg ist Facharzt für Laboratoriumsmedizin sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin. In der Werbebroschüre wurde er als „Ernährungsmediziner“ vorgestellt und unter anderem mit dem Satz zitiert: „Dadurch erfüllt Almased in idealer Weise die Anforderungen an ein eiweiß-ergänztes Fasten.“

Weiter hinten im Heft fand sich ein mehrseitiges Interview mit Berg unter der Überschrift: „Was sagt die Wissenschaft zum Fasten? Worauf muss man achten?“ Darin äußert der Arzt Sätze wie: „Optimal abnehmen ohne Muskelverlust können wir über modifiziertes Flüssigkeitsfasten mit Almased-Shakes.“

Die Wettbewerbszentrale hatte sowohl Berg als auch Almased abgemahnt. Der Hersteller habe mit den Aussagen zu Almased gegen die Health-Claim-Verordnung (HCVO) verstoßen. Demnach ist es unzulässig, wenn ein Zusammenhang zwischen einem Lebensmittel und der Gesundheit erklärt oder suggeriert wird. Almased habe sich zudem alle Erklärungen Bergs für die Bewerbung zu eigen gemacht. Der Arzt habe mit seinem Auftritt wiederum gegen seine Berufspflichten verstoßen.

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