Direktgeschäft

Bayer pusht Iberogast XL Carolin Bauer, 28.01.2016 15:08 Uhr

Berlin - Steigerwald war für Bayer ein Glücksfall: Das Aus für MCP-Tropfen ließ die Umsätze des Topsellers Iberogast in die Höhe schnellen. Nachdem die Marke zum Jahreswechsel integriert wurde, soll der Höhenflug weitergehen. Die Konditionen in den Apotheken werden derzeit umgestellt: Ziel ist offenbar ein Wachstumsschub bei den großen Packungen. Ein Apotheker aus Niedersachsen beklagt eine „deutliche Verschlechterung“ und will sich bei seinen zwei Kooperationen beschweren.

Klaus Bellwinkel hatte kürzlich Besuch vom Bayer-Außendienst. Der Inhaber der b33-Apotheke in Rinteln wollte die Konditionen für Iberogast besprechen. Das pflanzliche Arzneimittel gegen Magen-Darm-Beschwerden wird bei ihm angesichts einer nahen Kinderarztpraxis besonders oft angefragt. Vor allem die kleine Größe zu 20 ml gehe viel mehr über den HV-Tisch als die Flaschen mit 50 und 100 ml, sagt er.

Durch die Zusammenführung hätten sich die Konditionen „deutlich verschlechtert“, kritisiert Bellwinkel. Vorher habe er Iberogast über das klassische Überweisergeschäft vom Großhandel erhalten. Jetzt habe der Mitarbeiter die normalen Bayer-Konditionen vorgestellt. Den höchsten Rabatt könne er im Direktgeschäft nur dann weiter erhalten, wenn er zusätzlich zu den kleinen Flaschen noch einmal die halbe Menge an großen Packungen ordert.

Mit dieser Regelung wolle der Konzern gezielt Lagerdruck aufbauen, vermutet er. Bayer habe die neuen Konditionen nicht erklärt. Das Vorgehen sei nicht kundenfreundlich. „Stattdessen wird man für jahrelange Empfehlungsarbeit richtig bestraft.“ Der Apotheker ärgert sich vor allem, weil es sich bei Iberogast um ein Monpolpräparat handele, das schwer austauschbar sei.

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