Medizinalhanf

Cannabis: Glücksritter hoffen auf Apotheken dpa, 14.04.2017 19:02 Uhr

Berlin - Kiffen als Wirtschaftsfaktor: In den USA ist der Konsum von Cannabis – auch zu medizinischen Zwecken – längst ein Milliardengeschäft. Zieht Deutschland nach? In Berlin loten Fachleute die Möglichkeiten aus.

Sie tragen mal Anzug und Seitenscheitel, mal Pulli und Rasta-Locken. Sie wollen Marihuana aus der Ecke der Hippie-Drogen holen – und schwärmen von der Aussicht auf einen Milliardenmarkt. Es ist ein bunter Haufen aus Geschäftsleuten, Experten und Ärzten, die sich diese Woche zu Europas erster „Cannabis-Business-Konferenz“ in Berlin versammelt haben. Nach dem Start eines Gesetzes, das Cannabis in Deutschland zumindest für schwer kranke Patienten in der Apotheke per Rezept verfügbar machen soll, wittert die Branche den Durchbruch.

In den USA, Kanada oder Israel ist der Rummel um Cannabis als Wirtschafts- und Gesundheitsfaktor schon länger groß. Gelingt den Deutschen der Anschluss? Die Organisatoren des Treffens sehen wegen der „zukunftsweisenden Regulierung“ und des Interesses von Investoren jedenfalls erhebliches Potenzial hierzulande. Und auch Berlin als „eine der fortschrittlichsten Städte des Planeten“ spiele eine Rolle.

Pierre Debs, Biologe und Chef des Start-ups MedCann, ist überzeugt: „Pharmazeutische Anwendungen von Cannabis werden in Deutschland eine wachsende Industrie.“ Die Firma aus St. Leon-Rot bei Heidelberg – inzwischen von der börsennotierten kanadischen Canopy Growth gekauft – ist im Handel mit den süßlichen Blüten an Apotheken aktiv. „Noch gibt es große Unterschiede zwischen hier und Nordamerika“, sagt Debs. „Aber später einmal werden die Märkte vielleicht vergleichbar sein.“

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