Augsburg

Apotheker eröffnet Homöopathie-Manufaktur Eugenie Ankowitsch, 10.12.2016 09:16 Uhr

Berlin - Wer wissen will, wie Globuli hergestellt werden, kann dies in der gläsernen Homöopathie-Manufaktur von Gudjons in Augsburg durch die Schaufenster beobachten. Direkt nebenan eröffnete der Manufaktur-Besitzer und Apotheker Dr. Hannes Proeller seine vierte Apotheke.

Alle Arbeitsschritte bei der Herstellung der Globuli würden manuell erfolgen, betont Dr. Hannes Proeller. Elf Mitarbeiter stellen in Handarbeit die homöopathischen Mittel, auch in flüssiger Form, her. Sie füllen sie in Fläschchen ab, etikettieren diese und geben sie in die Verpackung. „Nur die Etiketten werden maschinell mithilfe eines Druckers erstellt“, scherzt der Apotheker.

Außerdem würden die Globuli exakt nach den Anweisungen Samuel Hahnemanns, dem Begründer der Homöopathie, gefertigt. Denn diese würden in der industriellen Produktion nicht immer im Detail eingehalten. „So können die homöopathischen Mittel teilweise ihre Wirkung nicht mehr so entfalten, wie es möglich wäre“, sagt Proeller. Deshalb würden die Ausgangssubstanzen nicht wie bei der industriellen Fertigung als Tinkturen verarbeitet. Stattdessen werden 1 Gran „Rohstoff“, was etwa 65 Milligramm entspricht, mit Lactose per Hand bis zur Potenz C3 verrieben. Das Unternehmen hat sich eigenen Angaben nach auf die Herstellung von homöopathischen Mitteln in C- und Q-Potenzen spezialisiert, die in sehr vielen Potenzstufen verfügbar sind.

Um den Kunden Einblick in die Arbeit zu geben, hat sich Proeller für den Standort im Augsburger Textilviertel und eine große Glasfassade entschieden. So kann der komplette Herstellungsprozess homöopathischer Mittel durch mehrere Schaufenster beobachtet werden. „Wir wollen maximale Transparenz in die Herstellung von unseren Arzneien bringen“, betont der Pharmazeut. Aus diesem Grund würden auch jeden zweiten Samstag im Monat Führungen angeboten.

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