Arzneimittelfälschungen

SPD will Lösung für Pharma-Leaks APOTHEKE ADHOC, 07.08.2014 09:22 Uhr

Berlin - Äußerlich sind die gefälschten Arzneimittelpackungen vom Original kaum zu unterscheiden. Der Grund: Die Fälscher haben sich die Druckdateien der Hersteller besorgt. Die Politik ist alarmiert: Dr. Edgar Franke (SPD), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, sagte im ARD-Magazin „Plusminus“, dass man das Projekt Securpharm für fälschungssichere Packungen gegebenenfalls beschleunigen müsse.

Plusminus hatte sich über Insider Druckdateien von Medikamentenverpackungen besorgt, die laut Bericht auf Servern rund um die ganze Welt liegen. Die Beschaffung von Wirkstoffen über Online-Shops der chemischen Industrie in Asien sei ebenfalls so gut wie kein Problem. Selbst Hologramme und andere Sicherheitsmerkmale seien auf dem Schwarzmarkt erhältlich. „Täuschend echte Packungen sind die Eintrittskarte in die Apotheke und damit auf dem Weg zum Verbraucher“, heißt es im Bericht.

Der Pharmakonzern Pfizer hatte eingeräumt, dass die Daten echt sind. Der Hersteller vermutet Datenklau: „Wenn die Dateien einmal zur Verfügung gestellt wurden, entziehen sie sich unserer unmittelbaren Kontrolle.“ Die Daten werden von den Konzernen etwa an Druckereien herausgegeben. Bayer teilte dagegen mit, es handele sich um „heruntergerechnete Dateien, die so nicht druckfähig sind und nur eine schlechte Druckqualität ähnlich einer Scankopie einer Originalfaltschachtel erzeugen würden“.

Wolfgang Totzauer vom Verband Druck und Medien Bayern hält die Dateien für echt: „Es ist für den Drucker optimal, weil er eine fertig aufgebaute Datei hat, inklusive Verarbeitung, also Schneid- oder Laserform. Es sind auch die Vorschriften für die Verpackungsherstellung bereits enthalten. Sprich, welche Farben verwendet werden dürfen, mit der Farbbezeichnung – und es ist der Code für Sehbehinderte auch schon enthalten, ich kann das nahtlos zur Herstellung verwenden.“

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