Niedersachsen

Übernahme, mit Gründung garniert Eugenie Ankowitsch, 18.03.2017 09:15 Uhr

Berlin - Lutz Löbermann hat eine Apotheke übernommen, in der er bereits während seines Pharmaziestudiums gearbeitet hat. Gleichzeitig eröffnet der 35-jährige Familienvater am örtlichen Nahversorgungszentrum eine weitere Apotheke, die künftig als Hauptapotheke fungieren soll. Während Apotheker sich mancherorts einen harten Konkurrenzkampf liefern, ist Löbermann in einer komfortablen Situation: Beiden Apotheken in der knapp 8800 Einwohner großen Einheitsgemeinde Schladen-Werla im Landkreis Wolfenbüttel gehören nun dem Pharmazeuten.

Die Harz-Apotheke habe er bei einem Praktikum im Rahmen des Pharmaziestudiums zum ersten Mal betreten, erinnert sich Löbermann. „Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen“. Schon lange habe er mit der Übernahme der kleinen Apotheke geliebäugelt, gibt er zu. Nicht nur die Lage neben einem Ärztehaus, sondern die gesamte Infrastruktur des Ortes sei sehr gut. Nicht unbedeutend dürfte wohl auch die Tatsache gewesen sein, dass die Harz-Apotheke seit rund drei Jahren die einzige Apotheke im Ort war.

Bereits vor drei Jahren hatte die Hirsch-Apotheke für immer ihre Tore geschlossen. „Das lag eindeutig nicht Schladen, sondern am Standort der Apotheke“, erklärt er. Die meisten Ärzte der Gemeinde würden sich nun mal in der Nähe der Harz-Apotheke befinden. Bis zur nächsten Apotheke müssten die Menschen in das knapp fünf Kilometer entfernte Hornburg fahren. Doch wer tut das schon?

Zumal der 35-Jährige am örtlichen Nahversorgungszentrum eine zweite Apotheke eröffnet hat. Die neue Werla-Apotheke befindet sich in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Sonnenstudios, das bereits seit vier Jahren leer stand. Vor der Apotheke sind 450 Parkplätze und einige Geschäfte wie Rewe, Rossmann und Lidl mit einer laut Löbermann „sehr starken Frequenz“, denn es kommen Kunden aus den naheliegenden Ortschaften nach Schladen zum Einkaufen. Deshalb versorge die Werla-Apotheke ein „gänzlich anderes Publikum“ als die Harz-Apotheke.

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