ARZ Haan

Michels muss auf Kartellamt warten Lothar Klein, 18.02.2016 14:12 Uhr

Berlin - Nach langem Streit einigten sich im Herbst die Anteilseigner des Rechenzentrums ARZ Haan auf den Rückkauf der Anteile des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL). Jetzt prüft das Kartellamt den Deal. Denn durch den Einzug der Aktien steigt die direkte Beteiligung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) auf 25 Prozent. Das Erreichen des Schwellenwerts muss von der Wettbewerbsaufsicht genehmigt werden.

Das Kartellverfahren ist bereits angelaufen. Die Genehmigung gilt als erteilt, wenn das Kartellamt innerhalb von vier Wochen keine Einwände erhebt. Erst danach wollen die am Deal Beteiligten – neben dem AVWL der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) und die Apobank – ihre Unterschrift unter die im Herbst ausgehandelte Vereinbarung setzen. Danach erhält der AVWL für die Rückgabe seiner Anteile pro Aktie 34,10 Euro, insgesamt 15,5 Millionen Euro.

Der AVWL, der AVNR und die Apobank verfügen zusammen über 75 Prozent des Stammkapitals. Die restlichen 25 Prozent befinden sich als stimmrechtslose Vorzugsaktien im Besitz von Apothekern. Nach dem Ausstieg des AVWL werden die Karten beim Rechenzentrum neu gemischt. Die Neuordnung soll auf dem Wege der Herabsetzung des Grundkapitals von ARZ Haan erfolgen.

Laut Vereinbarung gibt der AVWL seine 272.000 Stammaktien zurück, genauso wie die 181.333 Aktien, die über die RZV Vermögensverwaltungsgesellschaft gehalten wurden. Auch die Apobank gibt Aktienanteile an ARZ Haan zurück und erhält dafür etwas mehr als 10 Millionen Euro. Der AVNR ist über die Tochter Norwima beteiligt und behält in der neuen Konstellation eine Mehrheit von 75 Prozent. Der direkte Anteil der Apobank steigt im Zuge der Neuordnung auf die genehmigungspflichtige Grenze von 25 Prozent.

APOTHEKE ADHOC Debatte