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Apotheker gründen Fight Club Alexander Müller, 11.03.2017 06:45 Uhr

Berlin - Ein neues Ärztehaus, bis unter das Dach gefüllt mit rezeptstarken Fachärzten und im Erdgeschoss viel Platz für eine schicke Apotheke. Ein absoluter Leckerbissen. Und das Beste: Die Gemeinde baut das Gesundheitszentrum selbst und vermietet zu Top-Konditionen. Die Sache hat nur einen Haken: Die Apotheker am Ort mussten unter sich ausmachen, wer den Zuschlag für die Filiale erhält. Das konnte nicht gut gehen.

Der Bürgermeister hatte alle sechs Apotheker am Ort zu sich eingeladen und sein Lieblingsprojekt vorgestellt. Da er niemanden bevorzugen wollte, überließ er den Pharmazeuten die Entscheidung. Interesse hatten alle und natürlich fand jeder, dass er den Standort am meisten verdiene. Es wurde schnell ungemütlich.

Der Erste meinte, seine Familie betreibe schon in der fünften Generation die Apotheke am Ort und habe daher erstes Zugriffsrecht. Der Zweite berief sich darauf, seine Apotheke sei am nächsten zum Gesundheitszentrum. Der Dritte führte dagegen die vergleichsweise schlechte Lage seiner jetzigen Apotheke als Argument an, der Vierte die hohen Schulden, die er geerbt habe. Der Fünfte meinte, mit einem Ärztehaus wären die Kollegen sowieso überfordert und der Sechste schlug eine OHG unter seiner Führung vor.

Die ganze Nacht wurde verhandelt und gestritten und zwischendurch wurde es laut. In den frühen Morgenstunden kam es zu ersten Handgreiflichkeiten, als der Vierte dabei ertappt wurde, wie er dem Bürgermeister heimlich eine SMS mit der vermeintlichen Einigung schicken wollte. Da wurde allen klar, dass man sich mit Worten nicht einigen würde. Und so bekam „den Zuschlag erhalten“ im „Fight Club“ der Apotheker eine ganz neue Bedeutung.

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