Krankenhauskeime

Antitoxin für Clostridium difficile Nadine Tröbitscher, 05.01.2017 12:17 Uhr

Berlin - Das Antitoxin Bezlotoxumab könnte das erste Arzneimittel zur Rezidivprophylaxe von Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) sein. Die EU-Kommission muss noch grünes Licht geben. In den USA wurde das Arzneimittel unter dem Namen Zinplava (Merck) bereits im Oktober zugelassen.

Der selektive und vollständig humane monoklonale Antikörper Bezlotoxomab bindet mit hoher Affinität an das Toxin B von Clostridium difficile und neutralisiert es. Der Wirkstoff selbst hat keinerlei antibiotische Wirkung und dient daher nicht zur Behandlung einer akuten Infektion. Das Antitoxin wird als einmalige Infusion in Kombination mit dem Standardantibiotikum wie Metronidazol, Vancomycin oder Fidaxomicin verabreicht. Bezlotoxumab hat eine Halbwertszeit von etwa 19 Tagen.

Zinplava könnte voraussichtlich die erste Behandlungsoption zur Prävention von wiederkehrenden CDI für Erwachsene mit erhöhtem Risiko sein. Nahezu jeder vierte Patient erfährt ein Rezidiv nach einer CDI. Der Wirkstoff sorgt für eine erhöhte passive Immunität gegen das Toxin B. Die häufigsten Nebenwirkungen können Übelkeit, Schwindel oder Fieber sein. Der Wirkstoff wird als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung zu 25 mg/ml im Handel sein.

Clostridium difficile schädigt die Darmwand und verursacht Durchfälle, Entzündungen, Fieber und abdominale Schmerzen. Das Bakterium ist einer der häufigsten Krankenhauskeime. Das grampositive anaerobe Stäbchenbakterium bildet Sporen und ist gegen Wärme und Austrocknung stabil. Es produziert zwei pathogene Toxine, das Enterotoxin A und das Cytotoxin B.

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