Ärztemangel

Medizinstudenten wollen nicht aufs Land APOTHEKE ADHOC/ dpa, 01.09.2014 14:52 Uhr

Berlin - Junge Ärzte zieht es nicht aufs Land. Knapp jeder zweite Medizinstudent (rund 46 Prozent) will nach einer Studie der Universität Trier später „auf keinen Fall“ in Orten mit weniger als 2000 Einwohnern arbeiten. Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), in deren Auftrag die Studie erarbeitet wurde, mitteilte, gilt der allgemeine Trend der Urbanisierung auch für Medizinstudenten.

Als beliebteste Regionen gaben die Studierenden vor allem urbane Zentren wie Hamburg (63 Prozent), Berlin (49 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (51 Prozent) an. KBV-Vorstandsmitglied Regina Feldmann erklärte: „Diese Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass der drohende Ärztemangel eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft darstellt.“

Da das flache Land für die Studierenden nicht interessant sei, müsse die Attraktivität des Landarztes noch mehr gestärkt werden. „Doch das kann keine Aufgabe der Ärzteschaft allein sein. Hier sind auch die Kommunen und die Politik gefragt“, sagte Feldmannn.

Innerhalb der vergangenen vier Jahre habe sich die Bereitschaft für eine Berufsausübung auf dem Land jedoch deutlich verbessert. „Bemerkenswert ist dabei, dass es für das berufliche Profil der Befragten am wichtigsten ist, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein“, sagte der Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages, Dr. Volker Hildebrandt. 95 Prozent gaben an, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft arbeiten zu wollen. „Auch auf dem Land kommt damit der universitären Vernetzung eine wachsende Bedeutung zu“, sagte Hildebrandt.

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