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Versandapotheken

Zurück auf Los für „Zur Rose“

Patrick Hollstein, 31. März 2010, 14:29 Uhr

  • Gesund geschrumpft: Die schweizerische Ärzte-AG "Zur Rose" hat sich im vergangenen Jahr von der Talfahrt erholt.Foto: Elke Hinkelbein
  • Gewinnbeteiligung: Firmenchef Walter Oberhänsli will den rund 2000 an "Zur Rose" beteiligten Ärzten eine Gewinnausschüttung von 1 Euro je Aktie zahlen.Foto: Elke Hinkelbein
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Zürich -

Die schweizerische Ärzte-AG „Zur Rose“ hat sich im vergangenen Jahr mit aller Kraft gesund geschrumpft. Um die Talfahrt der Versandapotheken in Deutschland („Zur Rose“, VfG) zu stoppen und zumindest wieder in Richtung schwarze Zahlen zu kommen, nahm das Unternehmen aus Frauenfeld laut Firmenchef Walter Oberhänsli auch Umsatzeinbußen in Kauf. Der Verkauf des Generikaherstellers Helvepharm spülte neues Geld in die Kasse, Oberhänsli und seine Aktionäre atmen auf - und setzen weiter auf deutsche Patienten.

Insgesamt erwirtschaftete „Zur Rose“ knapp 350 Millionen Euro, das ist genauso viel wie im Vorjahr. Auf die Belieferung von Ärzten mit Sprechstundenbedarf und Arzneimitteln zur Selbstdispensation entfielen umgerechnet 215 Millionen Euro (plus 3 Prozent), auf den Versandhandel 133 Millionen Euro, das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Wie schon 2008 vermasselten die deutschen Verbraucher den schweizerischen Unternehmern das Geschäft.

Auf dem Heimatmarkt baute „Zur Rose“ das Versandgeschäft um 3 Prozent auf umgerechnet 63 Millionen Euro aus. Dagegen sanken die Einnahmen der Versandapotheke „Zur Rose“ mit Sitz in Halle und des tschechischen OTC-Discounters VfG um 6 Prozent auf 70 Millionen Euro.

Laut Oberhänsli war das operative Ergebnis der deutschen Ableger im zweiten Halbjahr wieder positiv; allerdings korrigierte das Management den Goodwill von VfG um umgerechnet 6,7 Millionen Euro. Die schweizerischen Ärzte hatten den Versender 2007 für 25 Millionen Euro übernommen. Aufgrund der Wertkorrektur lag „Zur Rose“ nach Steuern eigentlich mit 6 Millionen Euro in den roten Zahlen, nach einem Verlust von 3 Millionen Euro im Vorjahr.

Dass Oberhänsli den rund 2000 an „Zur Rose“ beteiligten Ärzten im Juni trotzdem einen Jahresüberschuss von umgerechnet 27 Millionen Euro und eine Ausschüttung von rund 1 Euro je Aktie verkünden kann, liegt derzeit weniger an seiner Fortune als Versand-, sondern als Firmenhändler: 43 Millionen Euro zahlte der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis im Juli für Helvepharm, das Dreifache des Vorjahresumsatzes. 2,5 Millionen Euro hatte Oberhänsli seinem ehemaligen Partner Stada vor vier Jahren für dessen 50-prozentiges Aktienpaket gezahlt - nachdem der zuvor durch den Einstieg von „Zur Rose“ als Versandhändler in Deutschland politisch unter Druck geraten war.

Nach der dringend notwendigen Entschuldung sieht Oberhänsli „Zur Rose“ neu auf der Startlinie. Der diskutierte Rückzug aus Deutschland ist vom Tisch; laut Oberhänsli sind die Marktchancen „beträchtlich“. Selbst über neue Geschäftsmodelle wird in Frauenfeld bereits nachgedacht. Voraussetzung ist allerdings, dass „Anachronismen“ wie das Fremdbesitzverbot oder die Rx-Festpreise fallen. Davon will Oberhänsli nun die Kassen überzeugen. „Man kann nicht nur am Produkt, sondern auch am Vertrieb sparen.“ Mit solchen Äußerungen dürfte der Schweizer offene Türen einrennen.

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