Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Alexander Müller, 14. Juni 2011, 14:42 Uhr
Der Kosmetikhersteller Vichy macht Ernst in Sachen Apothekenexklusivität: Im Herbst wird ein neuer Depotvertrag aufgelegt, der mehrere Anti-Graumarkt-Klauseln enthält. Wer künftig noch von Vichy beliefert werden möchte, muss die Vereinbarung unterschreiben. Im Vorfeld sollen die Apotheken deshalb auf die gemeinsame Linie eingeschworen werden.
Wie andere Hersteller von „apothekenexklusiven“ Produkten hatte Vichy zuletzt häufiger damit zu kämpfen, dass die eigenen Produkte in Drogeriemarktketten auftauchten - Budnikowsky, dm, Müller. Das will der Konzern endlich abstellen.
In der Vereinbarung heißt es deshalb klipp und klar: „Der Depositär verpflichtet sich, die Vertragsprodukte nicht - in welcher Form auch immer - zu exportieren oder an andere Wiederverkäufer, seien es Groß- oder Einzelhändler, abzugeben.“ Wer sich daran nicht hält, wird mit sofortiger Wirkung nicht mehr beliefert und ist für zwei Jahre bei Vichy auf der schwarzen Liste.
Jede Apotheke muss als Verkaufsstelle einzeln autorisiert werden. Für weitere Verkaufsstellen benötigt der Apotheker eine eigene Genehmigung, ebenso für Verkäufe über das Internet. Die Vichy-Produkte dürfen nur direkt oder bei vom Konzern autorisierten Großhändlern bezogen werden. Letztere dürfen Apotheken ohne Vertrag nicht beliefern und müssen ebenfalls entsprechende Vereinbarungen unterschreiben.
Die Großhandelsrechnungen müssen die Apotheken ein Jahr aufbewahren - und dem Konzern vorlegen, „wenn Anlass zu der Vermutung besteht, dass der Depositär Produkte unter Verstoß gegen die selektive Vertriebsbindung bezogen hat“. Werden Packungen aus der Apotheke geklaut, möchte der Hersteller eine genaue Auflistung sowie den Diebstahlbericht der Polizei.
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apotheke adhoc Debatte 2 Kommentare
MitdiskutierenFalscher Hase
Hört sich zunächst gut an: Vichy sorgt dafür, dass seine Produkte nur in der Apotheke vertrieben werden - klar Aussagen und ein Plan.
... nur: "Der Apotheker verpflichtet sich, dass immer ausreichend Berater für potentielle Kunden anwesend sind."
Und: "Die „Fachberater“ müssen zudem an Schulungen des Herstellers teilnehmen"
... lassen mich doch etwas stutzig werden. Da kristallisiert sich doch so einiges heraus: Vichy legt nicht WIRKLICH Wert darauf, seine Marke als etwas Besonderes durch die Apothekenexklusivität herauszustellen... vielmehr knebelt Vichy den Apotheker, in dem die Firma sagt: du willst meine Produkt? Dann musst du aber dies und jenes...
... Falschheit pur.
...so geht es!!
..zu blöd, den markt selbst zu kontrollieren - aber die apotheken knäbeln. die marke ist uns eh nicht sehr sympatisch - vielleicht sollten man verzichten.