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Generikaaustausch

Substitutions-Fax nur mit Retax-Warnung

Alexander Müller, 23. Dezember 2009, 12:00 Uhr

  • Austausch oder nicht? Biomo darf bei Apothekern für sein Omeprazol werben, muss aber auf das Retax-Risiko hinweisen.
Berlin -

Im Streit um Packungsgrößen bei den Rabattverträgen stehen die Apotheker zwischen den Fronten: Kassen und Generikaindustrie streiten um die Substitutionspflicht, selbst die Gerichte widersprechen sich. Das Landgericht (LG) Hamburg hat jetzt eine neue Variante ins Spiel gebracht. Demnach darf ein Hersteller die Rabattverträge per Fax torpedieren, wenn er auf das Risiko der Retaxation hinweist.

Der Hersteller Biomo Pharma hatte Mitte September die Apotheken per Fax informiert, das eigene Omeprazol-Präparat sei nach wie vor zu Lasten der AOK abgabefähig, da der Rabattvertrag der Kasse für andere Packungsgrößen geschlossen worden sei.

Daraufhin zog der exklusive Omeprazol-Rabattpartner der AOK, KSK Pharma, vor Gericht. Im Oktober erwirkte KSK beim LG Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen Biomo. Damit war die Faxaktion verboten.

In der Hauptsacheverhandlung schwächte das Gericht diese Entscheidung am vergangenen Freitag jedoch ab: Biomo darf trotz AOK-Vertrag für die eigenen Präparate werben. Allerdings muss das Unternehmen darauf hinweisen, dass die Krankenkasse in diesem Fall zu Retaxationen berechtigt ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Richter ließen die Berufung zu.

In einem anderen Verfahren hatte das LG München I gegen KSK entschieden. Das Unternehmen hatte die Apotheken per Fax informiert, dass bei der Substitution nicht die genaue Stückzahl entscheidend sei. Vielmehr komme es auf die Normgröße (N1/N2/N3) an, schrieb KSK und erwähnte auch das pendelnde Retax-Schwert der Kassen.

apotheke adhoc Debatte 1 Kommentar

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Community Mitglied 21. Juni 2011, 19:54 Uhr
Ja, nun denn...

... da stelle ich mir als studierter Mensch ja die Frage:

Welchen Sinn hat das alles?

Da soll man als Einzelhändler und Bürokrat (ja und auch so irgendwie als Heilberufler) dem Staat helfen zu sparen, indem man ein Regularium erfüllt, das sich total kluge und kompetente Menschen ausgedacht haben (... gut, die haben nur auf die Zahlen geschaut, weniger auf pharmazeutisches know-how). Und jetzt torpedieren die Firmen diesen großartigen Plan einfach...

... wie wär's wenn man das Ganze einfach wieder lässt...? Ich glaube es wäre allen mehr geholfen, wenn wir Apotheker uns nicht ständig in Erklärungen ergehen müssten, wieso Patienten neue Packungen bekommen, sondern uns wieder auf unsere Kernkompetenzen besinnen könnten.

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