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Pharmahersteller

Streit um Mucos-Verkauf

Janina Rauers, 07. Februar 2012, 16:12 Uhr

  • Keine Übernahme: Weil 2005 der Kauf von Mucos nicht zustande kam, zieht der ehemalige Firmenchef von Haupt Pharma vor Gericht.Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin -

Übernahmen sind zeit- und kostspielig. Von den ersten Gesprächen bis zur Vertragsunterzeichnung vergehen Monate, manchmal Jahre. Umso ärgerlicher, wenn der Deal dann doch nicht zustande kommt – etwa weil plötzlich ein anderer zuschlägt. Vor rund sechs Jahren musste der Berliner Lohnhersteller Haupt Pharma zusehen, wie ihm die Beteiligungsgesellschaft Invita das Pharmaunternehmen Mucos (Phlogenzym, Wobenzym P) wegschnappte. Das eigentlich Brisante: Haupt Pharma wurde vom eigenen Mehrheitsaktionär ausgestochen. Jetzt hat der frühere Firmenchef Christian Semmler einen Prozess vor Gericht angestoßen.

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Invita ist mit rund 80 Prozent an Haupt Pharma beteiligt, Semmler ist Minderheitsaktionär. Zwischen 2003 und 2005 hatte der Unternehmer mit Mucos über eine Übernahme verhandelt, dann schlug plötzlich Invita zu. Das Geschäft lohnte sich: Semmler zufolge soll der Weiterverkauf von Mucos an die kanadische Firma Atrium Innovations im Jahr 2007 mehr als 150 Millionen Euro gebracht haben.

Vor dem Landgericht Berlin wird jetzt ein Schadenersatz von 204 Millionen Euro für Haupt Pharma gefordert. Die Klage strengt Semmler nicht persönlich an; stattdessen hat er Professor Dr. Uwe Schneider, Direktor des Instituts für deutsches und internationales Kreditrecht der Universität Mainz, als sogenannten besonderen Vertreter bestimmt.

Invita, die Beteiligungsfirma von Haupt-Aufsichtsratschef Otto Prange, kontert: Semmler habe erst nach seinem Ausscheiden aus der Unternehmensführung Ansprüche erhoben – davor habe er seit 2004 an den Geschäften zwischen Haupt Pharma und Invita nichts zu beanstanden gehabt.

Außerdem wirft Invita Semmler vor, Haupt Pharma seinerseits finanziell bluten zu lassen: Weil Semmler selbst keine Prozesskosten trage, müsse Haupt Pharma bei einer Niederlage für die Gerichtskosten aufkommen. Bereits jetzt sei ein Kostenvorschuss von knapp 300.000 Euro angefallen.

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