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Generika

Stada-Discounter in Reserve

Alexander Müller, 10. Februar 2010, 14:46 Uhr

  • Stada, Aliud oder Billix: Der Generikakonzern aus Bad Vilbel verfolgt eine Mehrmarkenstrategie.Foto: APOTHEKE ADHOC
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Berlin -

Markenvielfalt ist unter Deutschlands Generikaherstellern derzeit ein gefragtes Thema - schon um bei den Rabattverträgen Gas geben zu können, ohne die eigene Marke zu beschädigen. Der Generikakonzern Stada hatte im Sommer 2009 eine Discountlinie mit dem klangvollen Namen Billixpharma aufgelegt. Allerdings ist der Hersteller nie wirklich an den Start gegangen. Im August tauchten rund 100 Produkte mit 20 verschiedenen Wirkstoffen in der Software der Apotheken auf; seit November sind sämtliche Produkte als „außer Vertrieb“ gekennzeichnet. Aufgegeben hat Stada das Projekt allerdings nicht. Über die Hintergründe kann nur spekuliert werden.

Dem Vernehmen nach war Billixpharma ein Projekt des damaligen Stada-Deutschlandchefs Jens-Peter Schütz. Der Geschäftsführer für das Generika- und Markensortiment hatte Stada Ende Oktober verlassen. Intern soll es unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Generikageschäfts gegeben haben, insbesondere bezüglich der Rabattverträge.

Über Billixpharma sollten Kampfangebote im Rabattwettstreit abgeben werden, heißt es aus dem Unternehmen. Doch gegen das Projekt gab es demnach Widerstand im Konzern. Denn Billixpharma war auch als bewusste Provokation gegenüber den Krankenkassen und der Politik gedacht: Patienten würden nicht kommentarlos ein Präparat mit dem Namen Billixpharma in einer schmucklosen schwarz-weißen Verpackung akzeptieren, so der Plan. Doch dazu kam es nicht, Billixpharma ging nie an den Start.

Letztlich könnte auch das Urteil des Landessozialgerichts (LSG) Essen zur DAK-Ausschreibung den Strategiewechsel bei Stada beeinflusst haben. Im September hatte das LSG - für viele überraschend - entschieden, dass die Kassen doch mehreren Unternehmen einen Zuschlag erteilen dürfen. In einer Konkurrenzsituation mit anderen Herstellern vertraut man bei Stada möglicherweise auf die Stärke der eigenen Marke sowie die Tochter Aliud. Billixpharma wäre derzeit somit nur für die Ausschreibungen der AOK mit exklusiven Zuschlägen interessant.

Ob die Veränderungen im Rabattmarkt oder die Personalie Schütz ausschlaggebend dafür waren, dass Billixpharma vorerst auf Eis liegt, ist unklar. Ein Stada-Sprecher wollte die Markenstrategie des Konzerns auf Nachfrage nicht kommentieren. Auch zur Zukunft von Billixpharma wollte er sich nicht äußern. Möglicherweise wartet Stada derzeit die politische Entwicklung ab: Je nachdem, was die schwarz-gelbe Bundesregierung mit den Rabattverträgen anstellt, könnte Stada die Discount-Tochter doch wieder aus der Schublade holen.

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