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Sanofi: Impfstoffe statt Arzneimittel

dpa, 10. Februar 2010, 15:14 Uhr

Paris -

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis erwartet für 2010 harte Konkurrenz von Generikaherstellern und ein schwächeres Gewinnwachstum als im Vorjahr. Konzernchef Christopher Viehbacher will den Einnahmeausfall durch organisches Wachstum und Zukäufe wettmachen.

Für 2010 rechnet er allerdings nur mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 2 bis 5 Prozent. 2009 verbuchte Sanofi-Aventis noch ein Plus von 13,1 Prozent. „Jetzt müssen wir mehr in Indien verkaufen, wir müssen mehr Impfstoffe verkaufen und weniger Arzneimittel“, sagte der Deutsch-Kanadier Viehbacher.

Bis 2013 verlieren Sanofi-Verkaufsschlager wie das Zytostatikum Taxotere (Docetaxel), der Thrombozytenaggregationshemmer Plavix (Clopidogrel) oder das Antikoagulanz Lovenox (Enoxaparin) ihren Patentschutz. Insgesamt ist nach Sanofi-Angaben rund ein Fünftel des Umsatzes bedroht. Um sich für die Zeit nach den Patentabläufen zu rüsten, will das Unternehmen in den kommenden Jahren Kernbereiche wie die Diabetessparte oder das Geschäft mit OTC-Medikamenten stärken.

Zudem sollen die Kosten bis Ende 2013 um zwei Milliarden Euro reduziert werden. Große Stellenstreichungen in Europa soll es dabei nicht geben. „Wenn ich mir die nächsten drei Jahre ansehe, können wir unsere Produktionsstätten in Deutschland immer noch gut auslasten“, sagte Viehbacher.

Große Hoffnungen setzt Konzernchef in Schwellenländer wie Indien oder China. „Da wollen wir uns natürlich verstärken und andere Firmen kaufen und neue Produkte einführen“, sagte Viehbacher. Das Potenzial in diesen Staaten sei riesig - allein beim Geschäft mit Impfstoffen. In Erwägung zieht der Firmenchef ganz neue Produkte. „Wir wollen sehen, ob wir in China auch in das Geschäft mit traditionellen Arzneimitteln einsteigen.“

Im vergangenen Jahr legte der Umsatz von Sanofi-Aventis angetrieben von der Nachfrage nach dem in Frankfurt-Hoechst hergestellten Insulin Lantus, dem Impfstoffgeschäft und der Nachfrage aus den Schwellenländern um 5,3 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro zu. Der Überschuss stieg bei konstanten Wechselkursen um 12,8 Prozent auf 8,47 Milliarden Euro. „Das Jahr 2009 war ein sehr erfolgreiches für Sanofi-Aventis“, sagte Viehbacher. Im vierten Quartal habe der Gewinn deutlich vom Verkauf des Schweinegrippe-Impfstoffes profitiert.

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