PHOENIX - Apotheken Management Center Regeneratio B12® APOTHEKE ADHOC Stellenmarkt
Wort & Bild Verlag
ACA Müller ADAG Pharma AG
APOTHEKE ADHOC - Quiz
Clopidogrel-Generika

Rückruf je nach Zulassung

Patrick Hollstein, 06. April 2010, 18:50 Uhr

  • Unterschiedliche Auffassung: Während die EU-Kommission Clopidogrel-Generika derzeit nicht für sicher hält, verzichten die deutschen Behörden auf einen Rückruf.Foto: APOTHEKE ADHOC
Anzeige Bewerben Sie sich jetzt!
Berlin -

Das Nebeneinander von nationaler und zentraler Arzneimittelaufsicht hat im Fall der Clopidogrel-Generika paradoxe Konsequenzen: Während Präparate mit zentraler Zulassung laut Beschluss der EU-Kommission vom Markt genommen werden müssen, dürfen die unter deutscher Zulassung vertriebenen Alternativen vorerst weiter abgegeben werden. Der Fall ist kompliziert, zumal der Zulassungsinhaber Acino die Produkte nicht selbst vertreibt. Das schweizerische Unternehmen und seine deutschen Mitvertriebspartner 1A/Hexal/Sandoz sowie Ratiopharm sind daher vom Rückruf unterschiedlich betroffen, obwohl der Hintergrund derselbe ist.

Am 25. März hatte die Europäische Arzneimittelagentur EMA zunächst den Rückruf aller Clopidogrel-Generika empfohlen. Zuvor hatten Inspektoren der Regierung Oberbayern sowie einer französischen Überwachungsbehörde bei einer Routineinspektion des Herstellers Glochem in Indien, der für Acino den Wirkstoff produziert, Verstöße gegen die Good Manufacturing Practice (GMP) festgestellt. Laut Acino handelte es sich um Mängel bei der Dokumentation, ein Rückruf war daher nach Ansicht des Zulassungsinhabers nicht notwendig.

Das sah die EU-Kommission anders: Am 29. März setzte die Brüsseler Behörde das Inverkehrbringen aus und ordnete den Rückruf bereits auf dem Markt befindlicher Produkte an. Betroffen waren die Clopidogrel-Varianten von Sandoz, Ratiopharm, Hexal, Acino, 1A Pharma. Bislang hat aber nur Hexal einen Rückruf bestimmter Chargen angeordnet - die also offensichtlich auf Grundlage einer zentralen Zulassung in Verkehr waren.

Weil dagegen die deutschen Behörden in den einzelnen Bundesländern der EMA-Empfehlung nicht folgten, müssen nicht alle Clopidogrel-Generika vom Markt verschwinden: Bei Ratiopharm erklärte man auf Nachfrage gegenüber APOTHEKE ADHOC, dass keine Produkte betroffen und damit nach derzeitigem Stand keine Rückrufe zu erwarten seien. Offenbar arbeitet man in Ulm also mit nationaler Zulassung. Andererseits muss der seit kurzem zum Weltmarktführer Teva gehörende Konzern seine Präparate in Belgien, Ungarn, Frankreich, Schweden, Spanien und Großbritannien aus dem Verkehr nehmen.

Die Marktanteile regelt nun also vorerst der Zufall: Zentral zugelassene Clopidogrel-Varianten müssen verschwinden, alle anderen Produkte dürfen - je nach Entscheidung der nationalen Behörden - in Verkehr bleiben. Wie schnell die betroffenen Firmen alternativ nationale Zulassungen nutzen können, bleibt abzuwarten.

Die Aufsichtsbehörden sind übrigens nicht nur hinsichtlich des Risikos unterschiedlicher Auffassung, sondern auch was die Rechtmäßigkeit der Generika an sich angeht: Im vergangenen Juni hatte die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil sie der Meinung war, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit der Zulassung gegen Gemeinschaftsrecht verstoßen hat.

Sie müssen sich zuerst anmelden um an der Diskussion teilnehmen zu können
Anzeige
TEVA / AbZ

Newsletter

Newsletter kostenlos abonnieren

Anzeige
Jetzt verfügbar

Verkaufsstart von Regeneratio B12® Mehr

Kommentar

Der Wahn des Großkunden

Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr

Facebook - Fanblock

Porträt

Der Tag der Apotheke

Am 10. September 1998 fand der Tag der Apotheke zum ersten Mal statt, damals unter dem Motto „Ihre Apotheke macht's möglich“. Seitdem informieren Apotheker jedes Jahr über verschiedene Themen. Die... Mehr

Weiteres