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Rossmann schielt auf Apotheken

Patrick Hollstein, 21. April 2009, 15:42 Uhr

  • Apotheker aus Papier: Rossmann fordert faire Bedingungen für Versandapotheken - und deren Partner.
Berlin -

Die drittgrößte deutsche Drogeriekette Rossmann meldet Ansprüche am deutschen Apothekenmarkt an. Um die derzeitige Inländerdiskriminierung deutscher Versandapotheken und ihrer Partner zu beenden, müsse der Gesetzgeber „gleiche Wettbewerbsbedingungen für deutsche und ausländische Versandapotheken“ schaffen und die entsprechenden Entscheidungen beschleunigen. Rossmann als Fürsprecher für deutsche Versender? Hinter der Forderung könnte eher der Wunsch nach einer eigenen Versandapotheke oder Apothekenkette stehen.

Zunächst soll am bestehenden System der Hebel angesetzt werden: „Rossmann wünscht sich eine Neuregelung in der 15. Novelle des AMG, die auch für deutsche Apotheken Preisnachlässe auf die Rezeptgebühr zulässt und die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel aufhebt.“ Durch ein System der Höchstpreise will der Konzern gemeinsam mit der Deutschen Internet Apotheke „Wettbewerb und Umsätze nach Deutschland verlagern“. Derzeit finanzierten nämlich Gelder des deutschen Gesundheitssystems Arbeitsplätze bei Versandapotheken im Ausland. Umsatz, Steuergelder und Abgaben würden nicht im Inland erwirtschaftet.

In eine ausländische Versandapotheke will Rossmann also nicht investieren. Auch eine Pick-up-Lösung strebt man nicht an. Die Beteiligung an einem deutschen Versender sei dagegen „nicht uninteressant“, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Da dies bekanntlich nur über eine eigene stationäre Apotheke zu bewerkstelligen ist, schillern Forderungen nach einer Abschaffung des Fremdbesitzverbots und damit Kettenpläne durch. In Burgwedel sieht man den Ausgang des Verfahrens am Europäischen Gerichtshof dem Sprecher zufolge ergebnisoffen.

Es wird sich zeigen, welche Strippen Rossmann diesbezüglich ziehen wird. Der Konzern gilt als gut vernetzt; in Kürze tritt mit Bettina Wulff die Gattin des niedersächsischen Ministerpräsidenten ihre Stelle in der Pressestelle des Unternehmens an. Fest steht: Die reine Werbekooperation mit einer Partnerapotheke wird kaum hinter der vorgetragenen Forderung und einem möglichen politischen Engagement stehen.

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