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Generikakonzerne

Ratiopharm produziert künftig in Indien

APOTHEKE ADHOC, 26. Oktober 2009, 15:35 Uhr

  • Personalkosten und Skaleneffekte: Ratiopharm verlagert einen Teil der Produktion nach Indien.Foto: Elke Hinkelbein
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Berlin -

Der Ulmer Generikahersteller Ratiopharm wird ab Anfang 2010 auch in Indien produzieren. Vor allem bei kleineren Produktionen will der Konzern vom niedrigeren Lohnniveau profitieren: Bei häufigerer Einstellung der Maschinen fielen die Personalkosten schwerer ins Gewicht, sagte ein Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Auch bei Neuzulassungen könnten die Hersteller im Ausland schneller reagieren, weil die Produktion aus patentrechtlichen Gründen früher anlaufen kann.

Im Gegenzug wird eine Produktionsanlage im niederländischen Zaandam bei Amsterdam zum Jahreswechsel aufgegeben. Die Kapazitäten sollen bei den deutschen Standorten in Ulm und Blaubeuren gebündelt werden. Für den nordamerikanischen Markt produziert Ratiopharm weiterhin in Kanada.

Erst im vergangenen Oktober hatte Ratiopharm ein Sparprogramm unter dem Titel „One“ gestartet, bei dem weltweit rund 600 Stellen in Verwaltung, Forschung und Produktion gestrichen werden, 200 davon in Deutschland.

Der Konzern hat große Pläne: Bis 2014 sollen der Umsatz auf 2,4 Milliarden Euro und das operative Ergebnis (EBITDA) auf 530 Millionen Euro steigen. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von 20 Prozent. Firmenchef Oliver Windholz stellte im Interview mit der Financial Times für das laufende Jahr einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro in Aussicht. Dieser liegt, ebenso wie das zwischen 250 und 300 Millionen Euro erwartete EBITDA, auf dem Niveau von 2007.

Im vergangenen Jahr hatte Ratiopharm 1,9 Milliarden Euro umgesetzt; damals zählte allerdings die schweizerische Mepha noch zur Unternehmensgruppe. Im Ausland hatte das Geschäft 2007 um 7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zugelegt, in Deutschland um 3 Prozent auf 840 Millionen Euro. Ratiopharm ist weltweit in 25 Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten; die Produkte sind in 35 Ländern erhältlich.

Das Wachstum soll auch in Zukunft vor allem im Ausland generiert werden; der Anteil soll von 53 auf 60 Prozent steigen. 500 Neueinführungen sind bis 2014 geplant; 200 Millionen Euro Umsatz sollen dann alleine aus der Biotech-Sparte kommen.

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