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Apothekenexklusivität

Preisdumping in Drogerien

APOTHEKE ADHOC, 15. Juli 2010, 12:21 Uhr

  • Wert der Marke: Vormals apothekenexklusive Produkte können laut IfH in Drogeriemärkten einen Imageverlust erleiden.Foto: Elke Hinkelbein
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Berlin -

Für die Apotheken ist es ärgerlich, wenn vermeintlich apothekenexklusive Präparate in den Drogeriemarkt abwandern. Für die Hersteller ist es ein zweischneidiges Schwert: Einerseits können sie im Massmarket ihren Umsatz deutlich steigern, auf der anderen Seite drohen den Marken Preisverfall und Imageeinbußen. Einer Untersuchung des Instituts für Handelsforschung (IfH) zufolge unterbieten die Drogeriemärkte die empfohlenen Herstellerabgabepreise (UVP) zum Teil dramatisch.

Zusammen mit Globaleyez hatte das IfH im Mai Filialen der Drogeriemarktketten dm und Rossmann unter die Lupe genommen. Auf die Erkältungssalbe Wick VapoRub (50 Gramm) gewährten die Drogisten durchschnittlich Rabatte von rund 20 Prozent gegenüber der UVP. Bei der 30er Packung Priorin von Bayer lag der Verkaufspreis mehr als ein Viertel unterhalb der Preisempfehlung; ebenso bei dem Magnesium-Kapseln von Biolectra (300 Stück). Bei Dobendan Cool Lutschtabletten (24 Stück) von Klosterfrau beobachtete das IfH sogar einen Preisabschlag von fast einem Drittel.

Für die Hersteller könnte das Geschäft über die Drogeriemärkte - ob gewollt oder nicht - zum Problem werden, erwarten die Experten von IfH. Wozu Mehrkanalstrategien und Preiskämpfe führen könnten, habe man in anderen Branchen gesehen, sagte IfH-Apothekenexperte Dr. Markus Preißner: Markenprodukte im Massmarket bekämen schnell ein Imageproblem. „Die Preisempfehlungen der Hersteller werden von den Verbrauchern dann letzen Endes als Mondpreise wahrgenommen. Die Apotheken, die sich an die UVP halten, gelten dann oftmals als überteuert und werden abgestraft“, so Preißner.

Entziehen sich zu viele Händler der Preisempfehlung, verliert dieser Preis laut IfH seine Wirkung als Qualitätsindikator. Dann könne es für den Hersteller sogar besser sein, ganz auf eine Verbraucherpreisempfehlung zu verzichten.

Rechtlich gesehen gibt es keine Apothekenexklusivität. Viele Hersteller versuchen deshalb über Vertriebsbindungsverträge, ihre Produkte in der Apotheke zu halten. Brancheninsidern zufolge wehren sich die Unternehmen jedoch mit unterschiedlichem Einsatz gegen den Graumarkthandel.

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