Randnotiz : Doping mit Ulle
Mutig, mutig: Der Hersteller Dr. Kurt Wolff lässt sein Anti-Haarausfall-Shampoo Alpecin künftig von Jan Ullrich bewerben. Der Ex-Radprofi hat laut dem Handelsblatt einen Dreijahresvertrag... Mehr
Patrick Hollstein, 27. Januar 2010, 10:33 Uhr
Mit einer Flasche Benadryl-Hustensaft fing alles an: Als der österreichische Apotheker Andreas Mohringer vor 35 Jahren erkältet in einer englischen Apotheke stand, konnte er kaum glauben, welche Preisunterschiede es bei Arzneimitteln in den verschiedenen europäischen Ländern gab. Nach Hause zurückgekehrt, gründete Mohringer 1975 in Nordkirchen bei Dortmund Eurim, den heute ältesten Reimporteur Deutschlands. Zu Beginn gab es ein Produkt für die Krankenhausversorgung, drei Mitarbeiter und so gut wie keine gesetzlichen Vorgaben. „Keiner von uns hätte damals gedacht, was für eine Dimension der Reimport von Arzneimitteln einmal annehmen würde“, sagt Mohringer heute.
Die Branche gilt als fester dritter Marktbestandteil neben Originatoren und Generikafirmen: Rund 36 Millionen Packungen im Gesamtwert von 2,6 Milliarden Euro wurden nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Insight Health 2009 als Reimporte an deutsche Apotheken geliefert. Damit liegt die - gesetzlich auf 5 Prozent festgelegte - Reimportquote konstant bei rund 11 Prozent und damit immer noch halb so hoch wie in anderen Ländern. Die Einsparungen schätzen Experten auf rund 250 Millionen Euro, also knapp 10 Prozent.
Nach einem dramatischen Einbruch vor sechs Jahren befindet sich die Branche wieder auf Erfolgskurs, mit jährlichen Zuwachsraten von rund 20 Prozent. Da wundert es nicht, dass fast alle Anbieter auf Nachfrage von APOTHEKE ADHOC erklärten, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, sowohl was die politischen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angeht. Als größtes Problem wird nach wie vor die Situation auf den Beschaffungsmärkten gesehen: Seit Jahren übersteigt die Nachfrage das Angebot. Von einigen Produkten werden in Deutschland mehr Reimporte gehandelt als Originalware.
Grundsätzlich gibt es in der Branche seit einigen Jahren eine Verschiebung zu teureren Produkten - nicht nur weil diese sich für die Importeure am meisten lohnen, sondern auch weil die Apotheken vor allem im Hochpreissegment kein Risiko in Sachen Importquote eingehen wollen. Der durchschnittliche Packungspreis hat sich seit 2004 auf rund 74 Euro mehr als verdoppelt. Einzelne Anbieter wie Pharma Westen oder Axicorp bringen es auf rund 100 Euro, beim Onkologika-Spezialanbieter CC Pharma kostet jede Packung durchschnittlich 500 Euro. Zum Vergleich: Über alle Segmente liegt der Durchschnittspreis pro Packung bei knapp 15 Euro.
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apotheke adhoc Debatte 1 Kommentar
MitdiskutierenPharmazeitikus
Ich glaube dem Politiker nur noch was realisiert und nicht was er versprochen hat. Wenn jede der 20 000 Apotheken in Deutschland einen Mitarbeiter wegen der Spargesetze entlassen muss regt es keinen dieser unfähigen Träumer auf. Es geht doch nur noch um die eigene wirkungsvolle Profilierung.