Weniger Ego für Celesio Patrick Hollstein, 24.06.2011 12:14 Uhr
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Zurück zum Tagesgeschäft: Bei Celesio brechen mit dem Führungswechsel neue Zeiten an. Foto: Elke Hinkelbein
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Gestaltung möglich: Markus Pinger will bei Celesio an die Erfolgsgeschichte anknüpfen. Foto: Beiersdorf
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Abgang des Architekten: Dr. Fritz Oesterle verlässt Celesio nach zwölf Jahren. Foto: Elke Hinkelbein
Berlin - Am 30. Juni knallen bei Celesio die Korken. Denn das traditionelle Sommerfest fällt auf den letzten Arbeitstag von Konzernchef Dr. Fritz Oesterle. Wenn der letzte Gast das Haus verlassen hat, könnte es erst einmal ruhig werden um den vormals führenden Pharmagroßhändler in Europa. Denn dann sind bei Celesio Aufräumarbeiten angesagt. Der neue Vorstandsvorsitzende Markus Pinger will vieles anders machen als sein Vorgänger. Vor allem mit weniger Getöse.
Fragt man Pinger, was ihn an seinem neuen Posten gereizt hat, lautet die Antwort: „Die Gestaltungsmöglichkeiten.“ Damit meint der bisherige Beiersdorf-Markenvorstand natürlich einerseits die Machtfülle des Chefpostens, andererseits aber auch den strategischen Rückstau beim Stuttgarter Pharmahändler: „Celesio ist ein Unternehmen mit extrem guten Chancen und sehr vielversprechendem Potenzial.“ Angesichts der Marktposition könne man sehen, dass „in der Vergangenheit nicht alles falsch gemacht wurde“. „An die Erfolgsgeschichte lässt sich definitiv anknüpfen.“
Wohin die Reise bei Celesio gehen wird, will Pinger frühestens nach 100 Tagen im Amt verraten - also gegen Ende des Jahres. Bis dahin ist Zuhören angesagt, alles andere wäre vermessen, findet der Betriebswirt, der zwar die Themen Einkauf, Logistik und Markenführung aus dem Effeff beherrscht, nach eigenem Bekunden im Gesundheitsmarkt aber Nachholbedarf hat.
Dass Pinger für Haniel-Chef Professor Dr. Jürgen Kluge trotzdem der Richtige war und ist, zeigt schon das Anforderungsprofil: „Mäßigung in der Ausübung der verliehenen Macht“, „Disziplin“, „Beherrschung des Egos“, zitierte Pinger gegenüber der FAZ aus der Stellenbeschreibung. Die Inszenierung als bodenständiger Top-Manager zeigt, dass der Neue auf Haniel-Linie ist - und seinem Vorgänger kein Denkmal bauen wird.
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