Apotheken-Pick-up

„Vorteil24“ nur noch für Montanus Alexander Müller, 04.07.2012 14:43 Uhr

Berlin - Das schnelle Ende des Pick-up-Konzepts „Vorteil24“ hat gestern alle überrascht: Die Apothekenkooperation Linda war über diesen Schritt vorab nicht informiert worden, offenbar wussten nicht einmal die Montanus-Mitarbeiter im niederländischen Dinxperlo von dem Schreiben an die teilnehmenden Linda-Apotheken. Diese waren von Montanus am Vormittag darüber informiert worden, dass ab mittags keine Bestellungen mehr aufgenommen werden. Über die Gründe kann vorerst nur spekuliert werden – zumal die deutschen Montanus-Apotheken weiterhin Rezepte sammeln.

Die Familie Winterfeld betreibt im bergischen Land insgesamt neun Apotheken. Hier hatte „Vorteil24“ angefangen: Ursprünglich hatten sich die Winterfelds von ihrer eigens in Holland gegründeten Montanus Apotheke aus nur selbst beliefert, um ihren Kunden Rx-Boni gewähren zu können. Die Apothekerfamilie wollte damit nach eigenem Bekunden gegen die Ungleichbehandlung deutscher und ausländischer Versandapotheken protestieren.

Doch im Herbst 2009 folgte die Kommerzialisierung: Zunächst testeten 30 Linda-Apotheken das Pick-up-Konzept, zuletzt sollen es mehrere hundert gewesen sein. Weil die Apotheken eine umsatzbezogene Provision für die Vermittlung der Bestellungen an Montanus erhielten, lohnten sich vor allem hochpreisige Medikamente. Das Konzept nutzt das Mehrwertsteuergefälle zwischen Deutschland und den Niederlanden aus.

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