Online-Bezahlsysteme

Sparkasse: Shitstorm wegen DocMorris-Werbung Lothar Klein, 20.03.2017 15:04 Uhr

Berlin - Weil eine Sparkasse im Taunus mit DocMorris für das Internetbezahlsystem „Paydirekt“ der deutschen Banken und Sparkassen warb, mussten sich die Geldmanager herbe Kritik gefallen lassen. Mehr als 30 Kommentare handelten sich die Banker ein. Mit einem solchen „Shitstorm“ hatten sie offenbar nicht gerechnet. Sie zogen schnell die Reißleine: „Werbung von ausländischen Großunternehmen werden wir überdenken. Danke für eure Hinweise“, postete die Sparkasse als Entschuldigung.

„Rüstet mit DocMorris eure Hausapotheke auf. Wenn ihr euren Einkauf mit paydirekt bezahlt, bekommt ihr einen 5 Euro Gutschein. Ihr erhaltet den Gutschein nach eurem ersten Kauf“, warb die Taunus Sparkasse auf Facebook für den neuen Bezahldienst Paydirekt. Dieser ist seit vergangenem Jahr das Konkurrenzprodukt von 1200 deutschen Banken und Sparkassen zum Marktführer fürs Bezahlen im Internet Paypal.

Als Dienstleister im Auftrag der deutschen Banken und Sparkassen ist Paydirekt der Bankenstandard für Zahlungen im Internet. Es sei das einzige Online-Bezahlverfahren, das direkt mit dem Girokonto der Kunden verknüpft ist. Damit unterliege es den Regularien der deutschen Kreditwirtschaft, die weltweit als besonders streng gelten. Erst im April 2016 hatte Paydirekt die Einführungsphase abgeschlossen und mit dem Ausbau des Händlernetzes begonnen. Derzeit bieten rund 450 Online-Shops, darunter 35 große Händler wie Mediamarkt, Saturn, dm-Drogerien oder Deichmann Paydirekt als Bezahlverfahren an. Seit Dezember ist auch DocMorris an Bord.

Als bislang einzige Sparkasse setzte die Taunus Sparkasse aber ausgerechnet auf DocMorris, um für Paydirekt auf Facebook die Werbetrommel zu rühren. Das gefiel nicht allen. „Warum wirbt dann nur die Taunus Sparkasse bei Facebook mit DocMorris? Und warum wählt man DocMorris, wenn man auch einheimische Unternehmen wählen könnte?“, fragte prompt Facebook-Mitglied Markus Wo. „Vielleicht solltet ihr euch bezüglich DocMorris mit der aktuellen Thematik im Bezug von Versand und Apotheke-Vor-Ort informieren, dann würdet ihr verstehen, warum das aktuell ein Aufregerthema für viele einheimische Unternehmen ist. Und ihr damit sicherlich viele eurer Kunden verstimmen könntet.“

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