Lieferengpässe

Januvia: MSD lässt Apotheker sitzen Carolin Bauer, 11.12.2015 11:14 Uhraktualisiert am 11.12.2015 12:32 Uhr

Berlin - Apotheken haben wieder Ärger bei der Bestellung von Antidiabetika. Aktuell ist Januvia von MSD Sharpe & Dohme nur schwer über den Großhandel erhältlich. Direktbestellungen sind nicht möglich. Der US-Pharmakonzern ist laut eigenen Angaben aber lieferfähig.

Ein Apotheker aus Thüringen wollte Januvia bei seinem Großhandel bestellen. Doch weder Phoenix noch Noweda hätten das Antidiabetikum vorrätig gehabt, sagt er. Auf Nachfrage beim Hersteller erklärte man ihm, Direktbestellungen seien nicht möglich. Das Präparat sei aber nicht defekt; der Großhandel müsse ausreichend bestückt sein.

„Ich bin fast soweit, zum Arzt zu sagen: 'Schreib das nicht mehr auf'“, ärgert sich der Pharmazeut. Dass ihm der Hersteller nicht geholfen habe, sei unverschämt. Der Apotheker vermutet, dass die Preispolitik des Konzerns der Grund für die Lieferprobleme ist. Nach zwei Tagen war das Arzneimittel wenigstens bei der Noweda verfügbar.

Januvia gehört dem Vernehmen nach zu den Produkten, bei denen MSD in der Vergangenheit gekürzt und massiv kontingentiert hat. So soll wohl der Export verhindert werden, denn die neuartigen Antidiabetika sind wegen ihres vergleichsweise niedrigen Preises für den Graumarkt interessant. Dazu kommt der schwache Euro. Auch Großhändler registrieren bei dieser Produktgruppe umfangreiche Bestellaufträge von Apotheken, die die Ware weiterverkaufen. Deshalb wurden bei bestimmten Präparaten auch die Abnahmemengen für Apotheken begrenzt.

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