Kartellamt

Edeka und Budni: Grünes Licht für Kooperation dpa/APOTHEKE ADHOC, 19.05.2017 12:12 Uhr

Berlin - Das Bundeskartellamt hat die geplante Zusammenarbeit von Edeka und Budni gebilligt. Die 181 Budni-Filialen im Raum Hamburg bleiben in der Hand des Familienunternehmens. Unterstützt vom Know-how von Budni will Edeka eine bundesweite eigene Drogeriekette gründen.

Die Kooperation könne vor allem auf der Einkaufsseite strukturelle Nachteile von Budnikowsky gegenüber den Wettbewerbern dm und Rossmann verringern. Das komme dem Wettbewerb zugute und nutze den Verbrauchern, teilte die Behörde heute in Bonn mit. Bereits im Februar hatten Edeka und Budni ein Gemeinschaftsunternehmen für die Beschaffung, Verwaltung und Logistik des Familienunternehmens gegründet. Der Lebensmittelhändler hält 25,1 Prozent der Anteile mit der Option, das Paket bis auf 74,9 Prozent aufzustocken. Die unternehmerische Leitung teilen sich die beiden Partner.

Die neue Drogeriekette soll als Konkurrenz zu dm und Rossmann in ganz Deutschland durchstarten. Edeka-Chef Markus Mosa sagte im April, in den Läden der Lebensmittelkette könne es eigene Drogerien geben. Die Expansion über Norddeutschland hinaus solle an den Bau neuer Edeka-Märkte gekoppelt werden. Mosa rechnet mit einem Startschuss Anfang 2018 und will dann pro Jahr 50 neue Märkte bauen.

Edeka betreibt in Deutschland flächendeckend 5900 Märkte, in die auch die 355 ehemaligen Kaisers-Tengelmann-Märkte integriert werden. Der genossenschaftliche Verbund steigerte 2016 seinen Gesamtumsatz um 2,5 Prozent auf 49,6 Milliarden Euro. Für Budnikowsky eröffnet die strategische Allianz mit Edeka die Chance auf eine Restrukturierung. Denn die letzten Geschäftszahlen aus dem Jahr 2014/15 wiesen bei einem Umsatz von 422 Millionen Euro bereits einen Verlust von 2 Millionen Euro aus.

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