Großhandelskonditionen

Noweda plant zwei Kürzungswellen Alexander Müller, 13.03.2017 13:42 Uhr

Berlin - Die Noweda kündigt gegenüber Apotheken massive Kürzungen der Konditionen an. Ab April sollen die Rabatte um 0,9 Prozent gestutzt werden, im Juli drohen weitere Kürzungen für Apotheken, die aus Sicht der Genossenschaft unattraktiv einkaufen. Wie viele Kunden von den angedrohten Sparmaßnahmen tatsächlich betroffen sein werden, ist allerdings unklar.

Die Noweda moniert in einem Schreiben an Apotheken, dass ein „ökonomisches Ungleichgewicht durch überhöhte Rabatte im Markt entstanden“ sei. Dieses sei durch Programme zur Kostensenkung oder weitere Einschnitte bei der Handelsspanne nicht mehr zu kompensieren – jedenfalls nicht ohne Einschnitte beim Leistungsangebot.

Solche Einschnitte hätten jedoch nicht hinnehmbare Auswirkungen auf die Patienten und auf die Konkurrenzfähigkeit der Apotheke. Um das zu verhindern, sehe man sich gezwungen, ab April einen „Servicebeitrag“ von 0,9 Prozent zu berechnen, schreibt die Noweda. Anders ausgedrückt: Die Genossenschaft kürzt die Konditionen um fast 1 Prozent. Je nach Umsatz der Apotheke sind das fünfstellige Beträge.

Nach der Logik der Genossenschaft profitieren die Apotheken von einer starken Noweda. Damit diese „vital“ und „solide“ bleibe, „ist es notwendig, dass Noweda wieder einen auskömmlichen Rohertrag erwirtschaftet“, heißt es im Schreiben. Im Juli soll deshalb zusätzlich ein „Packungsausgleich“ eingeführt werden, auch bekannt als Handelsspannenausgleich. Die Großhändler veranschlagen einen durchschnittlichen Packungswert, liegt die Apotheke im Einkauf darüber, sinkt ihr Rabatt.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema