Großhandel

Pessina: Tausche Alliance gegen Phoenix Patrick Hollstein, 13.03.2017 10:20 Uhr

Berlin - Wer dachte, die Konsolidierung im Pharmagroßhandel sei abgeschlossen, wurde spätestens seit der Übernahme von Ebert+Jacobi durch die Noweda eines Besseren belehrt. Im Markt halten sich hartnäckig Gerüchte, dass sogar einer der Big Five von der Bildfläche verschwinden könnte. Im Zentrum steht Stefano Pessina, der offenbar bereit ist, das Pferd zu wechseln.

Es ist kein Geheimnis, dass McKesson und Walgreens Boots Alliance (WBA) als Mutterkonzerne von Gehe/Celesio beziehungsweise Alliance Healthcare alles andere als zufrieden mit der Geschäftsentwicklung und Ertragslage sind. Rabattschlachten und Hochpreiser drücken auf die Marge. Die Honorarumstellung des Jahres 2011, die eigentlich ein gesundes Auskommen ermöglichen sollte, hat alles nur schlimmer gemacht.

Ein Rückzug vom deutschen Markt ist freilich keine Option: Immerhin geht es um einen Schlüsselmarkt in Europa. Doch das Geschäft sollte bald wieder Spaß machen – zumal die Belegschaften bereits durch mehrere Sparrunden getrieben und sogar die Konzernzentralen geopfert wurden.

So erscheinen Gerüchte, dass die Mutterkonzerne in den USA über einen gemeinsamen Deal in Deutschland sprechen, nicht gänzlich aus der Luft gegriffen. Die Hausaufgaben sind gemacht; bei Alliance meuterten bereits mehrfach die Gewerkschaften, weil aus ihrer Sicht das Unternehmen kaputt gespart wird. Alteingesessene Führungspersönlichkeiten, die sich einem solchen Vorhaben in den Weg stellen könnten, gibt es nicht mehr – weder in Frankfurt noch in Stuttgart.

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