Patentablauf

Generikum „künftig zum generischen Preis“ Patrick Hollstein, 21.07.2011 09:35 Uhr

Berlin - Für die Generikabranche gehört der Patentablauf von Valsartan im November zu den Großereignissen des Jahres. Rund 3,5 Millionen Mal wurde der Angiotensin-Antagonist in verschiedenen Varianten laut Arzneiverordnungsreport im Jahr 2009 zu Lasten der Krankenkassen verordnet; der Durchschnittspreis pro Packung lag bei 100 Euro. Den Mutterkonzern Novartis im Rücken, hat Hexal Mitte Juni das erste Generikum vorab auf den Markt gebracht - zum gleichen Preis wie das Originalprodukt.

Laufen Patente aus, ziehen Generikahersteller regelmäßig alle Register, um mit ihren Produkten zuerst auf dem Markt zu sein. Mitunter stimmt der Originalhersteller der Einführung eines Generikums sogar vor Ende der Schutzfristen zu, wenn er an den Erlösen den Wettbewerbers ausreichend beteiligt wird („Early entry“).

Weil die großen Pharmakonzerne längst eigene Generikasparten integriert haben, bleiben solche Geschäfte um Vermarktungsrechte heute mitunter in der Familie. So auch bei Valsartan, wo Novartis Hexal zu einem guten Start mit ausreichendem Vorsprung verhilft. Was bei ökonomischer Betrachtung also eine Marketingstrategie ist, bezeichnet der Konzern in einem Informationsschreiben als „zukunfstweisenden Ansatz an der Schnittstelle zwischen Erst- und Generika-Anbieter“.

Dass sich Novartis die Marge nicht ohne Not kaputt macht, ist verständlich: Die Preise von „Valsartan Hexal“ beziehungsweise „Valsartan Hexal comp“ liegen exakt auf dem Niveau von Diovan beziehungsweise CoDiovan. 26,69 Euro kostet die preiswerteste, 119,43 Euro die teuerste Variante.

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