Generikakonzerne

Teva findet keinen Chef dpa/APOTHEKE ADHOC, 15.07.2017 08:30 Uhr

Berlin - Die Spekulation über die Besetzung des Chefpostens beim weltgrößten Generikahersteller Teva gehen weiter. Der Vorstandsvorsitzende des britischen Pharmariesen Astrazeneca, Pascal Soriot, will für absehbare Zeit an der Spitze der Briten bleiben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete. Erst vor wenigen Tagen hatte die israelische Zeitung „Calcalist“ geschrieben, dass Soriot kurz vor einer Einigung mit Teva über einen Wechsel stehe.

Die Teva-Aktien, die in den vergangenen Tagen deutlich von der Hoffnung auf eine Neubesetzung des Chefposten profitiert hatten, gerieten am Freitag unter Druck. Sie fielen um rund 4 Prozent. Teva steht schon eine Weile ohne regulären Chef da. Seit dem Rücktritt von Erez Vigodman im Februar führt vorübergehend der frühere Verwaltungsratschef Yitzhak Peterburg das Geschäft.

Auch in Deutschland wird ein neuer Chef gesucht. Dr. Markus Leyck Dieken hat den Posten abgegeben und ist zum Mutterkonzern gewechselt. Einstweilen hat der europäische Generikachef Christoph Stoller in Ulm die Führung übernommen.

Teva macht derzeit eine schwierige Phase durch: Wegen der Übernahme der Generikasparte von Allergan (vormals Actavis) musste sich der Konzern stark verschulden. Als der Deal nur unter Auflagen genehmigt wurde, brachen die gewagten Kalkulationen in sich zusammen. 79 Generika musste Teva an die Konkurrenz verkaufen – mit großem Abschlag und zu Lasten eingeplanter Skaleneffekte.

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