Generikahersteller

Stada-Übernahme droht zu platzen dpa, 21.06.2017 17:28 Uhr

Bad Vilbel - Einen Tag vor Ablauf der entscheidenden Frist droht die Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada am Votum der Aktionäre zu scheitern. Bisher haben weniger als die Hälfte der Anteilseigner (41,37 Prozent) die Kaufofferte der Finanzinvestoren Bain und Cinven angenommen, wie die Investoren mitteilten.

Sie wollen den im MDax notierten Generikahersteller für 5,3 Milliarden Euro übernehmen – haben aber die Bedingung gestellt, dass bis Donnerstag um Mitternacht mindestens 67,5 Prozent der Aktionäre zustimmen. „Das Ding wird unglaublich eng“, hieß es aus mit der Transaktion beschäftigten Bankenkreisen. „Was in den nächsten Stunden passiert, lässt sich kaum voraussagen.“

Die Übernahme des Herstellers läuft schon länger schleppend. Jüngst mussten Bain und Cinven die Annahmequote von 75 auf 67,5 Prozent senken und die Frist verlängern, weil nicht genug Stada-Aktionäre ihre Papiere angedient hatten.

Sollten die Investoren die neue Hürde nicht überwinden, können sie aus rechtlichen Gründen erst 2018 ein weiteres Angebot vorlegen. In Finanzkreisen gilt das aber als wenig wahrscheinlich. Werde die Quote nicht erreicht, scheitere das Angebot, betonten Bain und Cinven.

Auch an der Börse zeigte sich Skepsis. Stada-Aktien notierten am Mittwochnachmittag bei 63,70 Euro und damit mit einem Abschlag zur Offerte von Bain und Cinven, die 66 Euro je Anteil bieten. In der vergangenen Woche war zudem bekannt geworden, dass der Stada-Großaktionär AOC seine Anteile vorzeitig verkauft hatte.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema