Zuzahlungsclubs

Für 100 Euro die Zuzahlung sparen Alexander Müller, 07.08.2012 13:21 Uhr

Berlin - Der „Zuzahlungsclub“ Vivavita baut sein Geschäftsmodell aus. Seit Juli können Premiummitglieder des Vereins in allen deutschen Apotheken die Zuzahlung sparen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt dann 100 Euro und ist im Voraus zu zahlen. Bislang konnten die Mitglieder quasi gratis nur in teilnehmenden Apotheken von dem Angebot Gebrauch machen. Allerdings ist das bisherige Konzept rechtlich umstritten, Kritiker unterstellen eine Abhängigkeit des Vereins von den Partnerapotheken.

Mit dem neuen „Premium-Angebot“ will Vivavita laut dem Präsident Christopher Günter den Verein optimieren und für neue Partner interessant machen. Ob sich die Pauschale für den Verein rechnet, soll eine Testphase zeigen. Das Angebot sei eine Mischkalkulation, so Günter.

Parallel gibt es weiterhin Angebote, bei denen auch „normale“ Vivavita-Mitglieder die Zuzahlung sparen können. Doch auch hier wurden Tarife umgestellt: Je nach Mitgliedschaft bekommen die Teilnehmer oder deren Bekannten die Zuzahlung ganz oder teilweise erstattet - dann allerdings nur in teilnehmenden Apotheken.

Diese Partnerapotheken zahlen als aktive Mitglieder einen gedeckelten Jahresbeitrag in Höhe von neuerdings 0,25 ihres Nettoumsatzes an Vivavita, früher waren es 0,5 Prozent. Nach Angaben des Vereins nahmen bislang rund 40 Apotheken teil, öffentlich benannt werden diese allerdings nicht.

Bekannt ist die Beteiligung der EU-Versandapotheke mit Sitz in Cottbus. Allerdings hat die Kooperation der Inhaberin Kerstin Thierfelder schon eine Menge Ärger eingebracht: Das Landgericht Cottbus hatte ihr im Jahr 2010 verboten, für das Angebot zu werben. Aktuell liefert sich Thierfelder mit dem Apotheker Christian Kraus aus Pforzheim einen juristischen Kleinkrieg um das Modell. Die Wettbewerbszentrale, die das erste Verfahren gegen die Cottbusser Apothekerin gewonnen hatte, geht jetzt auch gegen Vivavita direkt vor. Eine Verhandlung gab es in der Sache aber noch nicht.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 9 Kommentare
  • 9.August 2012, 08:09Uhr
    Community Mitglied

    #9Ja gut dann ist es mir auch egal

    solange nicht Apotheker und Apothekerinnen an die KK die Rezeptgebühr ersatzweise für den Patienten abführen, damit werben und dies zur Kundenfindung und -Bindung benutzen. Habe ich jetzt des Pudels Kern getroffen? Wenn dem doch dann aber doch so ist --> #1

  • 8.August 2012, 19:43Uhr
    Community Mitglied

    #8#6,#7

    #7 "Dr. Bob " Wie immer polemisch und nicht an einer vernünftigen Diskussion interessiert. Si tacuisses, philosophus mansisses . # 6 Ihr Zitat : " Bei dem Konstrukt des Zuzahlungsklubs ist es im Prinzip ähnlich, wobei die Zuzahlung in den beteiligten Apotheken gar nicht erst erhoben wurde/wird (das ist das problematische) " Diese ( ihre ) Stellungnahme ist nicht korrekt. In den Apotheken wird und wurde immer die volle Zuzahlung erhoben. Das sieht im Übrigen sogar die Wettbewerbszentrale so. In den Apotheken weiß also kein Mitarbeiter , ob der Kunde Viva Vita Mitglied ist oder ob er neben einer gesetzlichen Krankenversicherung eine private Zusatzversicherung hat. Das ist völlig ohne Belang !

  • 8.August 2012, 12:44Uhr
    Community Mitglied

    #7philiströse Geschäftsidee

    @2: So einfältig war der Kommentar doch gar nicht. Einfältig ist nur die philiströse Geschäftsidee und Reaktion eines wannabee PR-Profis des Viva Vita Clubs. So einen geistigen flotten Otto habe ich noch nie gelesen. Ich habe die Berichterstattung hier bei Apotheke Ad Hoc verfolgt. Absolut unglaublich dass die Judikative hier nicht mal grundlegend durchgreift !!! Bei diesem Clübchen muss man doch gar keinen Schraubenschlüssel ins Getriebe werfen. Für den Viva Vita Motor ist ohnehin bestimmt bald kein Sprit mehr da. Die Klapperkiste gehört abgewrackt. Braucht niemand, will niemand und wird auch niemand vermissen. Sich über den Club aufzuregen bringt nichts. Gebt diesen Menschen besser keine Plattform! Schreibt keine Kommentare mehr. Leider war die Glühbirne bereits erfunden. Wenn man sonst keine Ideen hat bzw. es für ein Pharmazie Studium nicht gereicht hat, muss man sich eben in bestimmten Grauzonen bewegen. Viva Vita will auch was vom dicken Apothekenkuchen abhaben. Hoffentlich verschluckt man sich nicht daran!

  • 8.August 2012, 10:47Uhr
    Community Mitglied

    #6wobei die

    Versicherten gewissermaßen alle Rechte und Pflichten die diese an die GKV haben über diese Zusatzversicherung an die Privatversicherung abtreten, defacto privatversichert sind. Sicherlich sehr vereinfacht dargestellt, vielleicht auch nicht ganz richtig aber die Richtung denke ich ist es schon. Der Patient kommt also mit einem rosa Rezept (was in der Regel zu Lasten der GKV ausgestellt ist in die Apotheke, zahlt dort seine Zuzahlung je nachdem ob befreit oder nicht. Der Rest ist mir eigentlich egal. Ob er eine Kopie dieses Rezeptes (wenn in der Apotheke verlangt nur noch gegen Gebühr) bei seiner Versicherung einreicht um von dort die Zuzahlung wiederzuerlangen ist mir eigentlich egal. Möglicherweise gehört er aber zu den Zusatzversicherten die über ihren Versicherungsbeitrag die Zuzahlung anderer finanzieren weil sie selbst die Zuzahlung in Höhe des Versicherungsbeitrages gar nicht erreichen (Solidarprinzip jeder Versicherung). Es ist nun mal bei jeder Versicherung so, die Summe aller eingezahlten Beiträge muß größer sein als die ausgezahlten Leistungen und dann sollte für die Versicherung und deren Mitarbeiter ja auch noch was bleiben. Und zwischendurch wird mit den eingezahlten Beiträgen möglicherweise noch an den Finanzmärkten etwas jongliert. Bei dem Konstrukt des Zuzahlungsklubs ist es im Prinzip ähnlich, wobei die Zuzahlung in den beteiligten Apotheken gar nicht erst erhoben wurde/wird (das ist das problematische) und nach obigen Artikel sollen jetzt auch noch unbeteilgte Apotheken da hinein gezogen werden. Wohingegen es mir egal ist wenn ein Patient in der Apotheke seine Zuzahlung bezahlt, und die dann irgendwo an der Tankstelle, beim Bäcker oder Baumarkt, oder als Zusatzleistung einer Versicherung erstattet bekommt ohne dass der Apotheker beteiligt ist und davon Kenntnis hat..

  • 8.August 2012, 09:16Uhr
    Community Mitglied

    #5Tarifserklärung

    @#3 Der Tarif der INTER Versicherung ProLine GE2 ist eine Zusatzversicherung, die ausschließlich für Versicherte der GKV gilt.

  • 8.August 2012, 09:05Uhr
    Community Mitglied

    #4@ #2 und manche Konstrukte sind

    unglaublich zwiespältig. Lesen und verstehen Sie #3. Ich mag es nicht wiederholen und tiefgreifender erläutern.

  • 7.August 2012, 22:00Uhr
    Community Mitglied

    #3@2 So richtig hilfreich war Ihr Kommentar auch nicht...

    Vielleicht können Sie uns den Tarif erklären? Gilt dieser ausschließlich für Privat Versicherte oder auch für Personen, die im Grunde GKV-versichert sind? Wenn nur für die “Privaten“: Was hat das dann mit der gesetzlichen Zuzahlung zu tun?

  • 7.August 2012, 19:12Uhr
    Community Mitglied

    #2Unglaublich

    Manche Kommentare sind schon unglaublich einfältig. #1 Wollen sie wirklich alle Vorstände von Privatversicherungen, die Rezeptzuzahlungen erstatten ,einsperren lassen. Ich empfehle ihnen, sich unter anderem mit dem Tarif der Inter - Krankenversicherung INTER ProLine GE 2 auseinanderzusetzen.

  • 7.August 2012, 14:41Uhr
    Community Mitglied

    #1Wie soll das denn gehen,

    vielleicht zieht da mal einer endlich und endgültig die Bremse und schmeisst den Schraubenschlüssel in's Getriebe. Geldstrafen reichen da nicht mehr, da gehört mal einer eingesperrt, der sich soetwas ausdenkt. Ich gehe mal davon aus, dass ein solches Premiummitglied aus jeder normalen Apotheke des Platzes verwiesen wird, wegen Nötigung zum Gesetzesbruch.

Mehr aus Ressort