Generika

Falsche Preise in Arzt-EDV Benjamin Rohrer, 01.12.2011 14:21 Uhr

Berlin - In der Software niedergelassener Ärzte werden für Generika mitunter falsche Preise ausgewiesen – etwa wenn deren Patent gerade abgelaufen ist. Bis gestern war die Ratiopharm-Gruppe (Ratiopharm/CT/AbZ) mit Valsartan zu niedrig gelistet. Der Grund: Die Datenbank, auf die die Praxissysteme zugreifen, wird nur quartalsweise aktualisiert.

Die Preisdifferenzen waren bei EDV-Systemen aufgetreten, die auf die ifap-Datenbank zurückgreifen: Mit dem Arzneimittelinformations-System, das zur CompuGroup gehört, können sich die Mediziner vor ihren Verordnungen beispielsweise über Preise oder Dosierungen informieren. Die ifap-Datenbank wird laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) in einem Großteil der Arztpraxen in Deutschland genutzt, weil sie kostenlos ist.

Weil Preissenkungen auf den Herstellersrabatt angerechnet werden können, starten die Firmen zur Markteinführung regelmäßig mit einem höheren Preis – der dann sofort gesenkt wird. Weil die Praxis-EDV aber nur alle drei Monate aktualisiert wird, melden die Firmen mitunter bereits den abgesenkten Preis. Bis dieser gilt, gibt es eine Differenz.

Allerdings sind nicht alle Hersteller betroffen: Firmen, die am Tag der Markteinführung gelistet sein wollen, müssen nämlich für das Update bezahlen. Alle anderen Anbieter werden erst mit dem Quartalsupdate eingepflegt. Aus diesem Grund waren die Valsartan-Präparate von 1A Pharma, Aliud und Mylan laut Kassenärztlicher Vereinigung Bremen (KV) bislang auch nicht in der Datenbank zu finden.

Ratiopharm hatte dagegen sein Valsartan am 15. November listen lassen. Weil die Preise zum 1. Dezember ohnehin angepasst werden sollten, gab es zwei Wochen lang eine Differenz: In den Praxen wurde beispielsweise Valsartan Ratiopharm (80mg, 98 Stück) mit einem Preis von 33,80 Euro angezeigt, der Apothekenverkaufspreis (AVP) lag aber bei 61,20 Euro*. Nach der Preissenkung liegt der AVP seit heute bei 32,95 Euro.

*In einer früheren Version des Textes war der alte AVP genannt. Tatsächlich wurden die Preise heute aktualisiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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Ältere Kommentare lesen 3 Kommentare
  • 2.Dezember 2011, 07:59Uhr
    Community Mitglied

    #3Zufall? Versehen?

    Die Korrektur macht die Sache nicht besser. Wer in der wichtigen Einführungsphase nach Patentablauf in der Arztsoftware über 200€! pro Packung günstiger ist als in der Apothekensoftware (olanzapin-ratiopharm, 15mg 70st ;15.11.-01.12.2011), der handelt gezielt. Der Arzt wird mit dem günstigen Preis die ersten 14 Tage zur Verordnung bewegt, in der Apotheke wird abkassiert. Zufall? Versehen? Und das gleich bei mehreren wichtigen Einführungen? Der Herstellerrabatt ist nicht das Argument, dieser beträgt schließlich keine 50%! Da macht wohl eher Teva zuviel Erfolgsdruck! Das "Versehen" ist auch nicht nur in der ifap aufgetaucht. ratiopharm kann jetzt noch mal froh sein, dass das Wespennest noch intakt ist ! Naja....Zufälle gibts! Sowas aber auch!

  • 1.Dezember 2011, 17:12Uhr
    Community Mitglied

    #2Aktualisierung

    ist natürlich ein Problem. Schaut man in die Lauertaxe Stand 01.12.2011 stellt man fest : Valsartan 80mg ratiopharm 98st Vk 32,95€ (Preissenkung am 01.12.2011) und nu liebe ifap und Herr Benjamin Rohrer?

  • 1.Dezember 2011, 16:05Uhr
    Community Mitglied

    #1Zum Glück dürfen sich die Ärzte...

    ... ihre EDV von den Herstellern installieren und finanzieren lassen, ohne dass es Bestechung, ähem Vorteilsnahme genannt werden darf. Ob das Gericht jüngst wohl auch so entschieden hätte, wenn ihm diese, ähem zufälligen Fehler bekannt gewesen wären, die jegliche sparsame Verschreibung verhindern ?