Versandapotheken

EAV startet Kampagne „Probonus“ APOTHEKE ADHOC, 04.04.2012 12:57 Uhr

Berlin - Die Europa Apotheek Venlo (EAV) war bislang nicht für öffentliche Aktionen bekannt. Im Schatten von DocMorris-Chef Ralf Däinghaus machten EAV-Chef Klaus Gritschneder und seine Mitstreiter in Ruhe ihr Geschäft. Weil die Luft derzeit aber sehr dünn wird und es um DocMorris vor dem anstehenden Verkauf ruhig geworden ist, geht die Medco-Tochter alleine in die Offensive: Unter dem Motto „Probonus! Die Initiative für Rezeptboni“ sammelt die EAV Unterschriften für Rx-Gutschriften – und für ihr Geschäftsmodell gleich mit.

„Günstige online Apotheke: Gerichte wollen es verhindern“, klagt Probonus. „Wir wollen, dass Boni auf rezeptpflichtige Medikamente weiterhin möglich sind, damit Sie sparen können.“ Das rezeptpflichtige Arzneimittel überall gleich teuer sind, hat den Initiatoren zufolge eine „merkwürdige Logik“: „Was spricht denn aus Sicht der Verbraucher wirklich dagegen, auch rezeptpflichtige Medikamente preiswerter zu bekommen?“ Daneben ein Bild von einem Fächer aus Tablettenblistern.

 

Der Beschluss des Bundesrates, den Rx-Versand zu verbieten, führte laut Probonus zu „frühzeitiger Freude bei Vor-Ort-Apothekern“. Der Patient als Verbraucher leide aber unter Monopolbedingungen: „Wir kennen das aus der Vergangenheit, als ein Telefonanschluss noch behördlich beantragt werden musste und es lange dauerte, bis das gute Stück im Haus war. Monopole zeichnen sich immer durch 2 Eigenschaften aus: Hohe Preise und schlechten Service. Und das gilt auch für das Gesundheitswesen!“

 

Auch das geplante Verbot für Rx-Boni kommentiert Probonus als Sieg für die Apotheker, „hätten sie doch damit gleich 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: das Pick-Up in den Drogeriemärkten wäre kein Thema mehr und auch die Boni hätten sich erübrigt. Außerdem wären sie auf diesem Weg auch gleich noch die lästige Konkurrenz der Versandhändler los. Der Leidtragende wäre der Patient, der wieder alleine von der Apotheke vor Ort abhängig wäre – mit den bekannten Apothekenpreisen.“

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